Mit Bitcoin reich werden - geht das überhaupt noch?

Über Geld spricht man nicht? Doch. Und zwar hier. Barbara Haas fragt die besten Finanzexpertinnen so lange, bis sie alles weiß, was euch, liebe Leser*innen, vermögender machen kann.

Mit Bitcoin reich werden - geht das überhaupt noch?

Das Internet hat Anita Posch schon früh begeistert: Seit 1999 ist sie im Bereich E-Commerce tätig. Sie hat Webseiten programmiert, E-Commerce-Projekte für Konzerne abgewickelt und einen Online-Marktplatz für nachhaltige Designprodukte sowie für Co-Working-Spaces gegründet. 2017 stieg sie in das Thema Blockchain und Bitcoin ein. Sie lebt von den Einnahmen aus ihrem Podcast, ihrem Buch und ihren Onlinekursen - und ihren gesparten Bitcoin. Wir haben ihr die wichtigsten Fragen rund ums Thema Bitcoin gestellt.

Mehr Infos über Anita unter: bitcoinundco.com/de.

Sind Kryptowährungen umweltschädlich?

WIENERIN: Liebe Anita, immer wieder hört man, dass Bitcoin durch diese enormen Rechenleistungen ein Klimakiller - weil CO2-Produzent - ist. Stimmt das?

ANITA POSCH: Genauso klimafeindlich wie Netflix und YouTube, SUVs, Fleischkonsum, Fliegen, Goldgewinnung. Zugegeben, die Sicherung des Bitcoin-Netzwerks benötigt viel Strom. Wieso wissen wir das überhaupt? Weil die Transparenz des Systems es erst erlaubt, das zu berechnen. Andere Systeme sind weit weniger kalkulierbar. Ist das nötig? Ja - mit der Energie wird ein Netzwerk im Wert von einer Billion Dollar gegen Hacker abgesichert.

Geht's auch umweltfreundlicher?

Viele Bitcoin-Miner nutzen Strom aus Wasserkraft oder Gas, das anderweitig in die Atmosphäre strömt; weil das der billigste Strom ist. Aber noch mal zum Vorteil: Milliarden Menschen bekommen Zugang zu einem Geldsystem, Frauen, die in vielen Ländern nichts besitzen dürfen, könnten heimlich sparen und unabhängiger werden.

Wird die Welt durch Bitcoin feministischer?

Warum sollte Bitcoin die Welt gerechter machen?

Was Bitcoin von anderem Geld und Zahlungsmethoden unterscheidet, ist, dass es nicht veränderbar ist. Es wird nur 21 Millionen Bitcoin geben, ganz im Gegensatz zum Euro, der jährlich etwa zwei Prozent seiner Kaufkraft durch Geldmengenausweitung verliert. Fast 80 Prozent der weltweiten Bevölkerung leben in autoritären oder korrupten Regimen, mehr als eine Milliarde Menschen hat keinen Zugang zum Bankensystem und wird ihn nie haben. Bitcoin ist fair, weil es allen Menschen offenen Zugang zu einem neutralen Finanznetzwerk gibt. Du brauchst nur ein Handy und Internet, sonst nichts. Es ist gerecht, weil jemand mit mehr Mitteln oder guten Beziehungen das Netzwerk nicht beeinflussen kann. Bitcoin ist im Zuge der Finanzkrise 2008 als Graswurzelbewegung entstanden - es ist das Geld von Menschen für Menschen.

Ist Bitcoin gar feministisch?

Definitiv. Grundanliegen feministischer Strömungen sind Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit für alle Menschen. Bitcoin ist das einzige Geldsystem, das den offenen Zugang unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder gesellschaftlicher Position ermöglicht und selbst durch die größten Machthaber nicht verändert werden kann. Durch diese Neutralität kann es eines Tages zur Basis-Weltwährung werden.

Wie kriegen aber zum Beispiel Frauen ohne Bankkonten Bitcoin?

Es gibt Bitcoin-Automaten, wo man mit dem Handy-Wallet hingeht und Euro gegen Bitcoin tauschen kann. Du kannst dir Bitcoin verdienen, indem du etwas verkaufst oder dafür arbeitest, oder du fragst eine Freundin, die schon Bitcoin hat, ob sie dir etwas verkauft. Über ein Service wie Bitwage brauchst du kein Bankkonto.

Kann ich jetzt noch mit Bitcoins reich werden?

Kann ich auch 2021 noch mit Bitcoin reich werden?

Das kommt darauf an, wie du reich definierst. Reich an Wissen und Unabhängigkeit wirst du garantiert, wenn du dich damit beschäftigst. Mit viel Glück und Einsatz kannst du über die kommenden Jahrzehnte schöne Gewinne erzielen und dich gegen die Inflation des Euro absichern.

Was muss ich wissen, um mit Bitcoin starten zu können?

Du brauchst eine Bitcoin-Wallet - eine App am Handy oder am Computer - und den Seed, eine Art Passwort, der von der Wallet erstellt wird und dir überall Zugriff zu deinen Bitcoin gibt. Das genügt, um zu einem Bitcoin-Automaten zu gehen und Euro in Bitcoin zu tauschen. Du musst keinen ganzen Bitcoin kaufen, du kannst auch mit 20 Euro beginnen.

Wie genau kann ich denn überhaupt mit Bitcoin zahlen?

Das geht so: Angenommen, du und ich haben beide eine Wallet am Handy und ich sende dir Bitcoin. Du zeigst mir deine Bitcoin-Adresse, die dir die Wallet als QR-Code erstellt; ich scanne diesen und sage meiner Wallet, wie viel Bitcoin ich dir senden will -und bestätige mit einem Klick.

Wie sind die anderen Kryptos?

Neben Bitcoin gibt es noch andere Kryptowährungen wie Ethereum oder Polkadot. Was können die?

Das ist für mich etwas anderes als Bitcoin. Das ist kein digitales Gold wie Bitcoin, weil es kein Ausgabenlimit gibt. Das sind komplexe Plattformen, auf denen Programme ablaufen. Während hier öfter Fehler passieren, ist Bitcoin sehr konservativ in der Entwicklung, da jeder Fehler das Vertrauen in das Geld zerstören könnte.

QUIZ: Wie "kryptofit" ihr seid, zeigt euch das Bitpanda-Quiz.

WIENER BITCOIN-STORY

Als Bitpanda 2014 in Wien gegründet wurde, waren die Ambitionen groß. Im März 2021 wurde es zum "Einhorn" ("Unicorn") - und damit das erste österreichische Startup, das (nach einer Finanzierungsrunde von 170 Millionen Dollar) eine Bewertung von über einer Milliarde Dollar bekam. Auf Bitpanda kann man alle gängigen Kryptowährungen ab einem Euro traden, mit 400 Teammitgliedern und aktuell zwei Millionen NutzerInnen zählt es zu den userfreundlichsten Dienstleistern in diesem Sektor - und es ist "made in Vienna"!

 

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