Missbrauch: Mädchen in Großbritannien wird die "Brust gebügelt"

Die schmerzhafte Praxis des "Brustbügelns" aus Kamerun wird auch in Europa praktiziert, wie der "Guardian" berichtet.

Die "traditionelle" Praxis - etwa aus Kamerun - bei der ein heißer Stein auf die Brüste von Mädchen gelegt wird, um diese zu deformieren, wird auch in Großbritannien praktiziert. Das berichtet der "Guardian" und beruft sich dabei auf die Arbeit von Jugend- und Sozialeinrichtungen.

Margaret Nyuydzewira, von der Came Women and Girls Development Organisation (Cawogido), schätzt, dass in etwa 1000 Mädchen und Frauen in Großbritannien davon betroffen sind. Offizielle Daten gibt es dazu jedoch nicht.

Hände Mädchen

Deformierte Brüste sollen vor "Übergriffen schützen"

Das Ziel des "Brustbügelns": die Brüste sollen nicht wachsen oder zumindest so hässlich wie möglich aussehen. Damit sollen Mädchen vor Übergriffen "geschützt" werden - Frauenrechtsorganisationen kritisieren schon lange, dass körperliche Gewalt gegen Mädchen kein Mittel sei, um diese zu "schützen". Dieser Missbrauch führe ganz im Gegenteil zu langjährigen psychischen wie körperlichen Folgen - bis hin zu Brustkrebs.

Im Gegensatz zur Genitalverstümmelung, die meist in den Herkunftsländern praktiziert wird, sei das Brustbügeln jedoch auch "in Großbritannien" machbar, wird eine weitere Sozialarbeiterin im "Guardian" zitiert. "Manchmal machen sie es einmal die Woche, manchmal alle zwei Wochen."

Eine Krankenschwester berichtet in Artikel von einer 10-Jährigen, die eine Infektion hatte und bereits jahrelang von dem schmerzhaften Missbrauch betroffen war. Ein Bericht aus dem nördlichen London warnt davor, dass das "Brustbügeln" wieder an Popularität gewinne und von der Polizei nicht genug Aufmerksamkeit bekommen würde.

Das sogenannte Brustbügeln ist vor allem aus Kamerun bekannt. Es wird aber auch in Nachbarländern wie dem Tschad sowie in westafrikanischen Ländern wie Togo durchgeführt. Bis heute gibt es wenige Daten über diese Praxis. Eine der aktuellsten Studien stammt aus dem Jahr 2013 und wurde mithilfe der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt. Im Vergleich zu Erhebungen aus dem Jahr 2005 ist die Zahl der Betroffenen zwar um die Hälfte zurückgegangen. Zwölf Prozent der 5914 Befragten gaben aber weiterhin an, das Brustbügeln am eigenen Körper gespürt zu haben.

 

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