Ministerin Raab: 3,25 Millionen Euro für Gewaltschutz und zur Stärkung von Frauen

Die Entscheidung zu Förderaufrufen ist gefallen: Unterstützt werden 33 neue Projekte für mehr Gewaltschutz und für den Kampf gegen kulturell bedingte Gewalt wie Zwangsheirat, Kinderehen und weibliche Genitalverstümmelung.

Gewaltschutz

"Gewalt gegen Frauen in all ihren schlimmen Ausprägungen ist in Österreich leider noch immer traurige Realität", sagt Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP). Das zeigen Zahlen seit jeher, der Schutz von Frauen und Mädchen hatte bisher dennoch nicht oberste Priorität. Das soll sich jetzt ändern, betont Raab. Neben den bestehenden Mitteln sollen heuer 3,25 Millionen Euro für den Gewaltschutz investiert werden.

Jede 5. Frau von Gewalt betroffen

Dass das längst überfällig ist, weiß man schon lange: Jede fünfte Frau wird ein Mal in ihrem Leben Opfer von physischer oder psychischer Gewalt. Laut Eurostat werden nur in Österreich mehr Frauen als Männer ermordet, nach 41 Frauenmorden 2018 und 39 Frauenmorden 2019 liegt die aktuelle Zahl bei 19. Auch die aktuelle Bilanz zu häuslicher Gewalt zeigt, dass sich Übergriffe gegenüber Mädchen und Frauen auf einem konstant zu hohen Niveau befinden: Durchschnittlich musste die Polizei seit März jeweils etwa 1.000 Betretungs- und Annäherungsverbote pro Monat aussprechen. Bei kulturell bedingter Gewalt sind laut Expert*innen bis zu 5.000 Frauen oder Mädchen in Österreich von Zwangsheirat betroffen oder bedroht.

Förderungen für Gewaltschutz

Insgesamt werden 33 neue Projekte gefördert. Seit kurzem steht fest, welche konkreten Projekte unterstützt werden: Die Frauenministerin fördert 14 Projekte in ganz Österreich, die Schwerpunkte liegen dabei unter anderem auf von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen in ländlichen Regionen, auf von sexualisierter Gewalt betroffenen Jugendlichen und Kindern oder Projekten mit Fokus auf präventive Maßnahmen für geschlechtsspezifische Gewalt.

Zudem werden vom Österreichischen Integrationsfonds 19 Projekte im Kampf gegen kulturell bedingte Gewalt gefördert. Ein Schwerpunkt der ausgewählten Projekte liegt auf der Beratung, Betreuung und Aufklärung sowie Präventionsarbeit für von Gewalt betroffene und gefährdete Frauen mit Migrationshintergrund sowie ihrer Angehörigen. Auch Projekte zur Stärkung der Mädchen und Frauen in ihrer Selbstbestimmtheit sowie zur besseren Versorgung von Opfern kulturell bedingter Gewalt werden gefördert.

"Gewaltschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und eine Querschnittsmaterie", so Raab. Es sei ihr daher wichtig, mit den neuen geförderten Projekten vor allem niederschwellig und flächendeckend in ganz Österreich Unterstützung für betroffene Frauen und Mädchen zu Verfügung zu stellen. Das Ziel sei: "Mädchen und Frauen aus der Gewaltspirale befreien!"

 

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