Millie Bobby Brown: "Seit meinem 18. Geburtstag werde ich noch stärker sexualisiert"

Schauspielerin Millie Bobby Brown spricht darüber, warum wir aufhören müssen, Kinderstars zu sexualisieren und welche Erfahrungen sie damit gemacht hat.

Millie Bobby Brown: „Seit meinem 18. Geburtstag werde ich noch mehr sexualisiert, es ist ekelhaft“

Millie Bobby Brown hatte ihren großen Durchbruch als Kinderstar in der Netflix-Serie Stranger Things. Als die erste Staffel erschien, war sie gerade mal 12 Jahre alt. Ein Kind also. Im Februar hat die junge Frau ihren 18 Geburtstag gefeiert und das wurde in vieler Weise kommentiert. Vor allem auch vermehrt in der Hinsicht, dass es jetzt in Ordnung sei, zu sagen, die gerade 18-Jährige sei sexy.

Alltägliche und nicht alltägliche Probleme

Wir wissen bereits aus der Vergangenheit, wie schwierig es vor allem für junge Frauen ist, im Auge der Öffentlichkeit aufzuwachsen und erwachsen zu werden. Davon gibt es unzählige Beispiele, die nicht immer gut ausgingen. Der Druck ist groß, man wird genau beobachtet, Fehler werden kommentiert. Diesen Druck spürt auch Millie Bobby Brown. "Ich kämpfe mit den gleichen Dingen wie jede 18-Jährige, nämlich damit, erwachsen zu werden, Beziehungen und Freundschaften zu führen, und alles was dazu gehört", sagte sie kürzlich bei einem Auftritt im Podcast The Guilty Feminist.

Seit Kindheit sexualisiert

Und so sehr sie mit den gleichen Problemen kämpft wie viele junge Frauen, so addieren sich bei ihr natürlich zusätzliche Themen. Ihr Leben ist nicht gewöhnlich. Die junge Frau gewann bisher zwei Emmys als beste Nebendarstellerin, steht seit sie ein Kind ist am roten Teppich und wird entsprechend kommentiert. Schon bevor sie volljährig war, wurde sie heftig auf Social Media, von Fans und den Medien sexualisiert.

Doch sie merkt den erheblichen Unterschied, wie stark das zugenommen hat, seit sie volljährig wurde. "In den letzten Wochen, seit ich 18 geworden bin, habe ich definitiv mehr damit zu tun gehabt", sagte Millie über die Reaktionen darauf, dass sie nicht mehr minderjährig ist. "Ich sehe definitiv einen Unterschied zwischen der Art und Weise, wie sich die Leute verhalten, und der Art und Weise, wie die Presse und die sozialen Medien auf mein Erwachsenwerden reagieren."

"Es ist ekelhaft", fügte sie hinzu, bevor sie sich selbst als Beispiel dafür bezeichnete, "was in der Welt vor sich geht und wie junge Mädchen sexualisiert werden". "Ich habe mich viel damit auseinandergesetzt - aber ich habe auch schon immer damit zu tun gehabt."

Bereits vor zwei Jahren, zu ihrem 16. Geburtstag, sprach die junge Schauspielerin über das Problem, dass sie ständig unpassende Kommentare zu ihrem Körper bekäme und stark sexualisiert würde. Das löse bei ihr viel Unsicherheit, Angst und Schmerz aus, beschrieb sie damals in einem Instagram-Post. Und auch heute ruft sie dazu auf, dass die Gesellschaft sich überlegen solle, was solche Kommentare bei jungen Frauen auslöse.

 

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