Millennials daten weniger - weil sie es sich nicht mehr leisten können

Teure Dinner-Dates spielt es unter Millennials nicht mehr. Trotz dem Wunsch nach Liebe, verzichten immer mehr Menschen auf das Daten - dem Börserl zuliebe.

Millennials haben kein Geld zum daten

Wenn es ums Daten geht, geben wir nicht selten Tinder die Schuld daran, das romantische Kennenlernen zerstört zu haben. Nun zeigt eine neue Studie aber: nicht Tinder ist der Grund, warum junge Menschen immer seltener auf Dates gehen - sondern Geld. Die #singlesinAmerica-Umfrage des Dating-Portals Match unter 5.000 weiblichen und männlichen Singles enthüllte, dass ein Drittel der amerikanischen Singles ihrer Suche nach der großen Liebe nicht nachgehen könnten, weil Dates zu kostspielig für sie seien. Auch wenn der Großteil (63 Prozent) eigentlich sehr wohl auf der Suche nach der Liebe ist.

Zuerst Karriere, dann die Liebe

Wenn man bedenkt, dass jüngere Generationen - im Vergleich zu älteren - immer öfter mit finanziellen Engpässen zu kämpfen haben, sind die Ergebnisse der Umfrage durchaus nachvollziehbar. Auch, wenn sich die Umfrage ausschließlich mit amerikanischen Singles beschäftigte, dürfte das Verhalten wohl auch hierzulande durchaus zutreffen. Ein Abendessen hier, ein Kinobesuch da - und das alles mehrmals im Monat - wer soll sich das noch leisten können, wenn nebenbei noch hohe Lebenserhaltungskosten und eine überteuerte Miete am Ende des Monats dazukommen?

Einem Bericht der OECD zufolge, steht die "Mittelschicht" immer mehr unter finanziellem Druck, für junge Menschen wird es immer schwerer den Lebensstil ihrer Eltern aufrecht zu halten. Eigenheim, eigenes Auto und teure Übersee-Urlaube - davon können die meisten Millennials nur noch träumen. Da ist es nicht weiter überraschend, dass man auch bei nicht so essentiellen Dingen wie teuren Dinner-Dates lieber Sparefroh spielt und das Geld lieber in nachhaltigeren Investitionen für die Zukunft anlegt.

Für 20 Prozent spielen auch gesellschaftliche Erwartungshaltungen eine wichtige Rolle: so wollen 20 Prozent erst zu daten beginnen, wenn sie auch finanziell abgesichert sind oder einen bestimmten Karriereschritt erreicht haben (23 Prozent). Davor fühlen sich viele noch nicht bereit für "was Ernstes".

#metoo hat eine Veränderung gebracht

Die Umfrage klärte auch, inwiefern sich Millennials durch #metoo in ihrem Liebesleben beeinflussen ließen. Die "Singles in America"-Umfrage ist eine der ersten Untersuchungen, die sich mit den Folgen der Sexismus-Debatte auf unser Dating-Verhalten beschäftigte. Die Ergebnisse zeigen ein durchaus positives Stimmungsbild unter den Befragten: Unter den männlichen Teilnehmern gaben über die Hälfte an, dass die Bewegung bei ihnen eine Verhaltensänderung zur Folge hatte. Ein Großteil der Männer sieht #metoo als positive und notwendige gesellschaftliche Debatte an. Knapp 60 Prozent gaben außerdem an, die Bewegung sei ihnen wichtig.

Laut Helen Fisher, Anthropolgin und Beraterin von Match, zeigten die Ergebnisse, dass Millennial-Singles - entgegen gängiger Meinungen - sehr wohl nach einer ernsten Beziehung suchen würden. "Die aktuelle Angst, dass sich junge Menschen nicht um Beziehung und Commitment scheren, ist einfach nur falsch. Sie tun sich nur schwerer sie zu finden und fühlen sich von der Suche ausgebrannt", gibt die Forscherin zu bedenken.

 

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