#MeTwo: Tausende Menschen teilen Rassismus-Erlebnisse

Unter dem Hashtag #MeTwo teilen tausende Menschen ihre Erfahrungen mit Rassismus.

Es ist der Hashtag, der die Debatte der letzten Tage dominiert:#MeTwo. Damit sind diesmal jedoch nicht Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt und Übergriffen gemeint, sondern Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung aufgrund der Herkunft. Tausende Menschen teilen auf Twitter ihre - teils sehr erschütternden - Erlebnisse. Manche davon stammen bereits aus frühester Kindheit.

Namentlich an die #Metoo-Bewegung, bei der Frauen über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung und Gewalt berichteten, angelehnt, wurde der Hashtag #MeTwo vom Studenten und Aktivisten Ali Can ins Leben gerufen. "Die neue Großaktion #MeTwo ist gestartet! Zeigen wir jetzt mit einem Post, dass wir gegen Rassismus sind!", schrieb er am 25. Juli. Und viele Menschen folgten seinem Aufruf. Bereits am nächsten Tag schrieb er: "Vor zwei Tagen startete ich die Kampagne #MeTwo und jetzt sind es über 3500 Tweets. Menschen mit Migrationshintergrund haben nur darauf gewartet, dass es diese öffentliche Diskussion gibt! Danke #Özil, dass du uns die Tür geöffnet hast, um über Rassismus zu sprechen!"

Die "Zwei" im Namen steht laut Can für die oft geteilte Identität, die Menschen mit Migrationsbiografie haben: "Ich fühle mich in Deutschland zu Hause. Habe hier Freunde, gehe hier arbeiten. Und gleichzeitig kann ich mich auch zu einer anderen Kultur oder zu einem anderen Land verbunden fühlen", erklärt Can in einem Video. Mit der "Hotline für besorgte Bürger" versucht Can, der Lehramt studiert, bereits seit einiger Zeit Vorurteile gegen Menschen mit Migrationsbiografie zu bekämpfen.

Viele der geteilten Erfahrungen stammen aus frühester Kindheit oder aus der Schule.

Doch nicht alle wollen die Rassismuserfahrungen so stehen lassen - diverse Kommentare zeigen, dass das Problem noch größer ist als gedacht.

Für viele Menschen mit Rassismuserlebnissen ist jedoch klar: sie lassen sich nicht zum Schweigen bringen.

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