#metoo: Schwere Vorwürfe gegen Linzer Yoga-Studio

Yoga, das ist ein Ort des Friedens, der Heilung, der Spiritualität. Aber dort, wo eine Autoritätsfigur (etwa in Form eines Gurus oder Yoga-Lehrers) im Spiel ist, wo Machtausübung Teil der Erfahrung ist, da kann auch Machtmissbrauch passieren. 

Wie im Falle der thailändischen Yoga-Schule "Agama", deren Fall vor einigen Monaten durch die Medien ging. 40 Frauen hatten dem Gründer und Guru Swami Vivekananda Saraswati (bürgerlicher Name des gebürtigen Rumänen: Narcis Tarcau) im September sexuelle Belästigung, Missbrauch, sogar Vergewaltigung vorgeworfen. Die örtlichen Behörden führten daraufhin Razzien bei der Schule durch.

Nun wurde bekannt: Nicht nur in Thailand soll es missbräuchliche Praktiken gegeben haben. In der Linzer Agama-Niederlassung soll es ebenfalls zu Vorfällen gekommen sein, wie die Presse in ihrer Sonntagsausgabe aufdeckt.

Missbräuchlich, manipulativ und äußerst fragwürdig

In dem Presse-Bericht erzählen acht ehemalige SchülerInnen sowie YogalehrerInnen von manipulativen Vorkommnissen in der Yoga-Schule, die man sowohl auf emotionaler, als auch körperlicher Ebene als '"missbräuchlich" bezeichnen kann. Im Fokus der Anschuldigungen steht der "charismatische" Linzer Yogastudio-Leiter.   

Die Opfer, die im Artikel zu Wort kommen, fühlten sich vielfach subtil unter Druck gesetzt. "Wer die Schule oder die Lehren anzweifelte, dem wurde erklärt, man habe karmische Blockaden oder die Tiefe der spirituellen Lehre nicht erkennen können. Außerdem würden negative Aussagen über Agama zu schrecklichen karmischen Auswirkungen führen", so eine der betroffenen Frauen gegenüber der Presse. Das habe "sehr schnell eingeschüchtert und viele zum Schweigen gebracht“.

Frauen müssen "gejagt" werden

In Workshops wurden veraltete Rollenklischees reproduziert, etwa wurde Männern aktiv dazu geraten "Frauen zu jagen und ein 'Nein' nicht zu akzeptieren". Für die männlichen Teilnehmer gab es außerdem fragwürdige Sex-"Tipps": So ermutigte der Studioleiter Männer laut den Berichten auch dazu beim Sex kein Kondom zu tragen, "weil es Energien blockiere" und "Geschlechtskrankheiten nur auftreten würden, wenn bei den Betroffenen das Karma nicht stimme". 

Frauen berichten außerdem von manipulativem Verhalten seitens des Studioleiters bei Tantra-Massagen (hier wird auch der Intimbereich massiert). Zwei Betroffene erzählen, dass während der Massage, die "Wunder heilen oder Blockaden lösen sollte", Grenzen eindeutig überschritten wurden. Dem nicht genug, soll der Leiter dabei sogar einen Vaginalpilz an die Frauen übertragen haben.

Studio weist Vorwürfe zurück

Vorwürfe gegen das Studio sind der "Bundesstelle für Sektenfragen" bereits bekannt, die Gefahr von Übergriffen bei derartigen tantrischen Guru-Gruppen bezeichnet eine Mitarbeiterin der Bundesstelle im Artikel als "hoch".

Der Staatsanwaltschaft liegen laut APA derzeit aber noch keine Anzeigen vor. Man prüfe aber solche Vorwürfe darauf, ob ein Anfangsverdacht vorliegt, wenn sie in Medien aufscheinen, erläutert ein Sprecher.

Der Studio-Leiter, der noch vor Wochen seine Solidarität mit dem beschuldigten thailändischen Guru bezeugte, weist jedenfalls alle Vorwürfe vehement zurück. Vorsorglich wurden allerdings bereits Hinweise auf seine Person von der Studio-Website entfernt.

 

>> "#MeToo in Österreich: Übergriffe in Linzer Yogastudio?" Den ganzen Artikel auf jetzt auf Presse.com lesen.

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