"Merkblatt zur Frauenhaltung": Sexistischer Klo-"Witz" sorgt für Aufregung

Das "Witz"-Blatt eines Salzburger Lokals sorgt derzeit für Aufregung in den sozialen Medien. Darauf zu lesen sind zutiefst sexistische und frauenfeindliche Texte. Für uns definitiv der "Fail der Woche".

Es sei dahin gestellt, ob man "lustige" Sprüche und Witzchen überhaupt auf Toiletten braucht. Was nun aber in einem Lokal im salzburgerischen Zell am See aufgetaucht ist, ist nicht "witzig" und schon gar nicht "lustig". Bei dem "Witz"-Text handelt es sich um ein "Merkblatt zur richtigen Frauenhaltung", in dem der Autor (offenbar angelehnt an die "Hundehaltung") "lustige" Tipps für den Umgang mit Frauen gibt. Diese sind zutiefst sexistisch, misogyn und frauenfeindlich und haben mit Humor überhaupt nichts zu tun.

Problematischer Text, noch problematischeres Logo

Ein Facebook-Nutzer hatte das Blatt auf seinem Klogang entdeckt und anschließend ein Foto davon empört auf Facebook veröffentlicht.

"Wenn sie für manche Dinge durchaus zu brauchen sind, so haben sie doch alle einen Fehler, nämlich ihre sprichwörtliche Dämlichkeit (...) 'dämlich' leitet sich ja nicht zufällig von der Dame ab" ist nur einer der Sätze, die in dem Text über die "Haltung und Pflege" von Frauen zu finden sind und fassungslos machen.

Kurz nach Veröffentlichung des Textes auf Facebook wurde auch auf Twitter heftig über den Text diskutiert. NutzerInnen sind nicht nur über den Text entsetzt, sondern auch über das Logo des Hauses. Darauf zu sehen ist die zutiefst rassistische Darstellung eines "dunkelhäutigen Kannibalen".

Polizei ermittelt

Die Polizei in Zell am See ermittelt indes gemeinsam mit dem Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung sowie Computerspezialisten des Landeskriminalamts. Nicht wegen dem Text oder dem Logo, sondern wegen "gefährlicher Drohung und des Aufrufs zur Brandstiftung". Diese Maßnahme sei nach entsprechenden Äußerungen gegen den Wirten auf diversen Plattformen ergriffen worden, berichtet ORF-Salzburg.

Der Wirt, Edwin Kreml, ist sich indes überhaupt keiner Schuld bewusst und versteht die Kritik nicht. Der "Blödsinnszettel", wie er den Zettel nennt, würde schon Jahre dort hängen und hätte noch nie jemanden gestört. Kopien hätten sich viele Menschen mit nach Hause genommen. Es sei jedenfalls "kein einziges Wort von dem Zettel ernst zu nehmen", beteuert er. Mittlerweile habe er den Text aber entfernt.

Auch die Aufregung über das Logo kann der Gastronom nicht nachvollziehen. Die Zeichnung stamme von einem Gast aus den 70er Jahren, da wäre es noch "normal gewesen 'Kannibalenwitze' in der Zeitung zu machen" (derstandard.at). Das problematische Logo werde vorerst nicht entfernt - es werde an vielen Orten verwendet, so der Wirt. Es sei daher schwierig zu ändern.

Nach Drohungen: Zuspruch aus der Region

Dass er damit ganz offensichtlichen Rassismus betreibt, sieht der Wirt offenbar weiterhin nicht. Genauso wenig wie seine Fans, die ihn seit einigen Tagen mit jede Menge positiver Bewertungen auf Google unterstützen.

Von uns gibt's jedenfalls einen Daumen runter: Frauenhass und Rassismus waren schon vor vierzig Jahren nicht ok. Aber 2018 ganz sicher nicht.

Zur Serie: Der Fail der Woche "zeichnet" regelmäßig besonders sexistische und frauenfeindliche Sager oder Internet-Fundstücke aus.

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