#MeQueer: Menschen teilen erschreckende Erlebnisse mit Diskriminierung

Vergangene Woche starteten LGBTQI-Personen ihren eigenen Aufschrei. Und ihre Geschichten sind erschütternd.

Nach #MeToo und #MeTwo hat jetzt auch die LGBTQI-Community eine Bewegung auf Twitter ausgelöst: unter dem Hashtag #MeQueer berichten sie von diskriminierenden, gewaltvollen und übergriffigen Erlebnissen aus ihrem Leben und Alltag.

Gestartet wurde der Hashtag vom User (((HartmutSchrewe))), der von Diskriminierungserfahrungen als Homosexueller berichtete. Mittlerweile haben sich hunderte andere Menschen zu Wort gemeldet, und ihre Geschichten erzählt. "Es hat mein halbes Leben lang gedauert, bis ich mich als trans outete. Es hat mein halbes Leben lang gedauert, weil mir mein halbes Leben lang gespiegelt wurde: das was du dir wünscht ist falsch und ekelhaft. Ich rede jetzt so viel über mich, weil ich endlich reden darf", postete ein User über sein Leben als trans Mann. 

 

Wie auch bei den anderen Hashtags stammen viele der Erlebnisse aus der frühen Kindheit und Schulzeit. "Ausflug mit der Schulklasse ins KZ Sachsenhausen. Uns wird erzählt, dass hier viele Homosexuelle inhaftiert waren. Alle gucken mich an. Einer sagt: ,Hier gehörst du hin'", schreibt etwa eine weitere Userin. 

 

Einige der geteilten Erfahrungen zeigen das eklatante Unwissen über LGBTQI-Personen, das noch immer vorherrscht. Und viele der Betroffenen haben Wege finden müssen, um mit der Homo- und Transphobie umzugehen - manchmal auch mit Humor: 

 

Negativer Asylbescheid sorgte für Aufregung

Dass der Hashtag aktueller ist denn je, zeigte kürzlich der im "Falter" aufgedeckte Fall eines negativen Asylbescheids, mit dem das österreichische Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl für Schlagzeilen und internationales Aufsehen sorgte. Der zuständige Beamte stellte nämlich die Homosexualität des Asylsuchenden in Frage. "Weder Ihr Gang, Ihr Gehabe oder Ihre Bekleidung haben auch nur annähernd darauf hingedeutet, dass Sie homosexuell sein könnten", war eine der aufgelisteten Begründungen.

Homosexualität ist in einigen Ländern der Welt nach wie vor verboten und wird bestraft. Auch darauf machte der Hashtag #MeQueer aufmerksam. 

Viele Menschen solidarisieren sich mit den Betroffenen, und sprechen ihnen Mut zu. Doch einige - darunter Daniela Kickl - haben Schwierigkeiten damit, dass Marginalisierte über ihre Erfahrungen sprechen. 

Doch der allgemeine Tenor ist deutlich: Menschen nutzen ihre Stimmen und stoßen damit Veränderung an. Etwas, das (hoffentlich) nicht unbemerkt bleiben wird.

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