Menstruations-Apps sind nicht sicher, sagt eine neue Studie

Wer sich in Sachen Verhütung allzu oft auf seine Menstruations-App verlässt, sollte das noch einmal überdenken.

Menstruations-Apps haben unser Leben in vielerlei Hinsicht einfacher gemacht. Wir wissen, wann unsere Tage kommen, wissen, wann der Eisprung kommt - und glaubten zu wissen, wann wir fruchtbar und wann wir unfruchtbar sind. Aber darauf sollten wir uns lieber nicht verlassen, sagt jetzt eine neue Studie, die die Unzufriedenheit von App-Userinnen gemessen hat.

Die Studie der University of Washington kommt nämlich zu dem Ergebnis, dass Menstruations-Apps ihre Userinnen oft enttäuschen, weil sie nicht akkurat sind, und falsche Vorannahmen über ihre sexuelle Identität oder die ihrer PartnerInnen machen. Außerdem gefällt den Frauen das Design nicht, das oft sehr pink und kindlich daherkommt.

Neun bekannte Apps untersucht

Die Umfrage unter 687 Frauen wurde mit Daten aus 2000 App-Bewertungen kombiniert. Neun der populärsten Menstruations-Apps, etwa Clue, Eve, Glow, Period Tracker und Period Pad, wurden dabei unter die Lupe genommen.

Die ForscherInnen kamen zum Schluss, dass keine der Apps fehlerfrei ist, wenn es um die Genauigkeit geht, und dass keine davon zu hundert Prozent vertrauenswürdig ist.

"Die Frauen hatten nicht das Gefühl, dass die Apps ihre individuellen Bedürfnisse unterstützen", schreibt Studienautor Daniel Epstein. "Sie gaben an, dass sie zwar ihre Menstruation in der App besser tracken konnten als auf Papier, aber dass die Apps viele Basis-Dinge nicht erfüllten."

Kaum Möglichkeiten, individuelle Daten einzugeben

Unter anderem prangerten die Frauen an, dass es Apps gibt, die ihren Userinnen "erlauben", auf Verhütung zu verzichten, da sie laut Kalender gerade unfruchtbar sind. In vielen Apps kann man außerdem die Symptome eingeben - doch mit denen passiert dann nichts weiter, und die App misst weiterhin nur, wann die Menstruation einsetzt.

"Oft kann man nicht angeben, warum man diesmal die Menstruation später oder früher bekommt, und der Algorithmus ist sehr schnell verwirrt", schreibt Co-Autorin Nikki Lee. Das heißt: benutzerdefinierte Angaben und Unregelmäßigkeiten werden nicht erfasst.

"Die Apps sind am genauesten, wenn man eine wirklich, wirklich regelmäßige Periode hat. Aber die Frauen, die sie am meisten brauchen, sind ja jene, deren Menstruation sehr unregelmäßig ist."

Mehr zum Thema: Die schwedische Verhütungs-Applikation "Natural Cycles" wurde vom deutschen "TÜV Süd" erstmals als "verlässliches Verhütungsmittel" zugelassen.

 

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