Menschenrechtspreis 2013

Hemayat führt ein psychotherapeutisches und psychologisches Beratungszentrum in Wien. Jetzt wurden die Verdienste des Vereins mit dem diesjährigen Preis zur Wahrung und Erhaltung der Menschenrechte von der österreichischen Liga für Menschenrechte ausgezeichnet. Am 12. Dezember fand die Preisverleihung statt.

692 Frauen, Männer und Kinder aus 46 Ländern: Sie alle wurden Opfer von Folter, lebten in Kriegs- und Krisengebieten, flüchteten nach Österreich - und können aufgrund der Folgesymptome dieser Qualen kein normales Alltagsleben führen. Sie alle wurden 2012 vom gemeinnützigen Verein HEMAYAT betreut und therapeutisch unterstützt.

Für diese besonderen Verdienste im Sinne der Menschenrechte wurde HEMAYAT, das seit 1995 als Zentrum für dolmetschgestützte medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung dient, ausgezeichnet. Der Verein erhielt den Preis zur Wahrung und Erhaltung der Menschenrechte 2013, den die österreichische Liga für Menschenrechte in Kooperation mit dem Internationalen Menschenrechtsfilmfestival thishumanworld alljährlich verleiht.

Mehr als Anerkennung für die Arbeit

Für HEMAYAT bedeutet dieser Preis nicht nur Anerkennung für die Arbeit von jedem einzelnen unserer MitarbeiterInnen, sondern auch Anerkennung für die Menschenrechtsverletzungen, die unsere KlientInnen erlitten haben“, bedankt sich die Geschäftsführerin Cecilia Heiss im Namen des Vereins, der die Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und soziale Kompetenz der KlientInnen wiederherstellen möchte. Dadurch soll eine erfolgreiche Integration der Flüchtlinge in Österreich ermöglich werden.

Der Bedarf an therapeutischer Unterstützung für Menschen aus Kriegsgebieten oder mit Foltererfahrungen ist groß. Immer noch warten etwa 350 Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche bis zu ein Jahr lang auf einen Therapieplatz bei HEMAYAT.

Verein HEMAYAT, Sechsschimmelgasse 21, 1090 Wien: derzeit sind 31 TherapeutInnen (davon 3 Kindertherapeutinnen, 23 PsychotherapeutInnen, 2 Psychologinnen, 2 ShiatsupraktikerInnen); sowie 3 FachärztInnen (davon 2 für Psychiatrie und einer für Nuklearmedizin - Experte für den Nachweis von Folterspuren in bildgebenden Verfahren) und 31 DolmetscherInnen für zahlreiche Sprachen für den gemeinnützigen Verein tätig.

Diese speziell ausgebildete ÄrztInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und DolmetscherInnen tragen dazu bei, die körperlichen und seelischen Wunden ihrer KlientInnen aus Kriegsgebieten oder mit Foltererfahrung zu heilen. 2012 wurden 692 KlientInnen aus 46 Länder bei HEMAYAT betreut, davon 52 Minderjährige.
 

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