#MenAreTrash: Was passiert, wenn man Männer als Abfall bezeichnet

Auf Twitter wird hitzig über den Hashtag #MenAreTrash diskutiert. Pointierte Kritik oder sinnlose Verallgemeinerung?

#MenAreTrash - Männer sind Abfall. Ein Hashtag auf Twitter soll provokant Sexismus, Ungleichheit und Gewalt gegen Frauen anprangern. Stattdessen diskutiert die Twitter-Gemeinde seit Tagen darüber, ob die abwertende Pauschalisierung gerechtfertigt ist.

#MenAreTrash - Was ist eigentlich passiert?

Vor zwei Wochen twitterte die deutsche Journalistin und Social-Media-Managerin Sibel Schick: "Es ist ein strukturelles Problem, dass Männer Arschlöcher sind."

Die deutsche Sozialwissenschaftlerin Jutta Dittfurth kritisierte Schicks Tweet als "antiemanzipatorisch".

Daraufhin entbrennt eine Diskussion über Schicks Wortwahl. Für das Missy Magazin verfasst Schick ein Gedicht, in dem es unter anderem heißt.

Du sagst: „Nicht alle Männer sind gleich.“
Ich sage: „Ist das nicht irrelevant vielleicht?“
Denn es ist ein strukturelles Problem,
Und ja, es ist kein individuelles Problem,
Und nein, es geht nicht um Ausnahmen,
Denn es ist ein weltweites Phänomen,
Dass Männer Arschlöcher sind.

Schick will auf strukturellen Sexismus und die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern aufmerksam machen. Sie tut das nicht höflich und zurückhaltend, sie spitzt zu, ist prägnant und oftmals auch provokant - und bekommt dafür Hasskommentare, Mord- und Vergewaltigungsdrohungen. Die kommen vornehmlich von Männern.

In diesen aggressiven Reaktionen sieht Schick ihre Aussagen bestätigt.

Auch einige Frauen kritisieren Schicks Wortwahl, stoßen sich an der Verallgemeinerung und Aggressivität der Sprache. Gegenüber ze.tt sagt Schick: "Mir ist klar, dass es einige Menschen die Pauschalisierung als problematisch empfinden. Was ich geschrieben habe, war: Solange ein Problem strukturell ist, kann es nicht individuell gelöst werden. Da können einzelne Männer noch so okay sein." Dazu stehe sie auch weiterhin. Den Hashtag #MenAreTrash hat Schick nicht selbst erfunden, sie hat ihn lediglich aufgegriffen.

#MenAreTrash - Was die Leute sagen

#ManAreTrash spaltet alle Gemüter. In den Diskussionen geht es weniger um strukturelle Ungleichheit, als vielmehr um den Hashtag an sich. UserInnen kritisieren die abwertende Verallgemeinerung der Wortwahl, die auch nicht feministisch sei und ihr Ziel verfehlen würde:

Andere sehen die Pasuchalisierung als Zuspitzung der Realität und kritisieren, dass sich die Diskussion erneut nur um die Auswirkungen auf Männer dreht:

Einige distanzieren sich empört:

Vielen UserInnen stoßen sich aber vor allem an den aggressiven Reaktionen mancher KommentatorInnen:

Der Journalist Hanning Voigts unterscheidet:

Die Künstlerin Giulia Becker, die auf Twitter als Schwester Ewald postet, fasst zusammen:

Und für Satiriker Shahak Shapira ist nun alles klar:

Wie man auf Twitter aufregt: #MenAreTrash, #AllManAreTrash

Neu ist die Diskussion nicht. Das noch provokantere #AllMenAreTrash taucht seit 2017 und der #MeToo-Debatte regelmäßig in den sozialen Medien auf. Zuletzt machten im Frühjahr 2018 Frauen in Indien auf sexuelle Belästigung, Missbrauch und Ungleichheit aufmerksam. Auch damals erregte die Pauschalisierung die Gemüter.

 

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