Meinl-Reisinger kritisiert Regierung für unfaire Belastung von Frauen in der Corona-Krise

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger kritisiert die Regierung für ihren Umgang mit Homeschooling und Kinderbetreuung in den letzten Monaten. Für Herbst brauche es unbedingt klare Perspektiven.

Beate Meinl-Reisinger

Als Schulen und Kindergärten aufgrund des Coronavirus geschlossen waren, fiel die Betreuungsarbeit vor allem den Müttern zu – das zeigt eine aktuelle Studie von Arbeiterkammer und WU Wien. Bei ihrer Rede zur bevorstehenden Wien-Wahl übt NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger nun Kritik an der "Selbstverständlichkeit, mit der die Aufgaben von Kinderbetreuung, Kindererziehung, Kinderbildung, Haushalt, Kochen ins Private und damit den Frauen überantwortet wurden" und fordert klare Perspektiven für Eltern, Kinder sowie Lehrer*innen für den Herbst.

"Das hat mich wirklich wahnsinnig gemacht!"

In dem Ausschnitt ihrer Rede zur Wien-Wahl 2020, der momentan auf Social Media kursiert, tadelt Meinl-Reisinger die ÖVP sowie im Speziellen Klubobmann August Wöginger für die Handhabe der Herausforderungen im Bereich Kinderbetreuung- und bildung in Corona-Zeiten: "Die Nonchalance, mit der dann ein ÖVP-Klubobmann in einer Diskussionsrunde sagt 'Homeschooling? Is ka Problem. Des macht mei Frau wunderboah!' – das hat mich wirklich wahnsinnig gemacht!", so die NEOS-Chefin.

Weiter betont Meinl-Reisinger, wie wichtig es ist, dass Frauen nicht länger aus der politischen Debatte ausgeschlossen werden: "Es werden ja nicht nur diese Aufgaben ins Private geschoben, es werden ja damit auch die Frauen ins Private geschoben. Raus aus dem Öffentlichen. Und wenn man raus aus dem Öffentlichen ist, ist man auch raus aus dem Politischen!"

Ziel für den Herbst: Frauen und Familien entlasten

Ändert sich nicht bald etwas, so werde das vor allem für Frauen in ohnehin schon prekärer Lage drastische Folgen haben, erklärt Meinl-Reisinger: "Was wird passieren: Sie werden ihre ohnehin schon Teilzeitjobs aufgeben. Weil’s nicht mehr stemmbar ist. Und das ist eine wirtschaftliche Katastrophe, die wir nicht hinnehmen können".

Damit es nicht länger zu derartigen Ungerechtigkeiten kommt, fordern die NEOS klare Rahmenbedingungen, die das Leben von Frauen und Familien entlasten und Chancen für alle ermöglichen – vor allem auch für Kinder, die aufgrund geringerer Ressourcen in den letzten Wochen und Monaten leiden mussten. "Die Ungerechtigkeiten im Bildungssystem haben sich in den letzten Monaten massiv verstärkt", so die NEOS-Chefin. Die Politik dürfe laut Meinl-Reisinger daher "kein Kind zurücklassen. Das geht definitiv besser".

 

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