Mein Sohn trägt Nagellack - na und?

Eltern möchten ihren Kindern zeigen, dass sie geliebt werden - und zwar so, wie sie sind. Leider behandelt die Welt sie nicht immer auf die gleiche Weise und zeigt oft schon Kindern ihr grausames Gesicht: Devon Berryann, eine Mutter aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania, fand heraus, dass ihr sechs Jahre alter Sohn von seinen Mitschülern gehänselt wurde, weil er gerne Nagellack und Tüllröcke trägt. In einem ehrlichen und mitreißenden Facebook-Posting erzählt sie ihre Geschichte und hält damit ein Plädoyer für eine Welt, in der jeder sein darf, wie er möchte:

"Mein sechsjähriger Sohn trägt gerne Nagellack. Er trägt auch gerne Mädchenklamotten und Tutus. Er erzählt mir von den Jungs aus der Schule, die er gern hat. Er erzählt mir, dass er sie einmal heiraten und Babys adoptieren möchte. Vielleicht wächst sich das aus. Vielleicht nicht. Ich liebe ihn und akzeptieren ihn so, wie er ist. Ich habe immer geglaubt, dass ihn das vor Gemeinheiten und verletzenden Worten schützen würde, und habe mir keine Sorgen gemacht."

Als sie von den Hänseleien erfuhr, war Berryann versucht, ihrem Sohn zu raten, einfach keinen Nagellack mehr zu tragen - bis sie realisierte, dass das die Welt nicht verändern würde.

So sehr ich mich auch fürchte, ich weiß, dass diese Welt sich nicht durch noch mehr Furcht ändern wird.
von Devon Berryann

Denn schließlich müsse sich nicht ihr Sohn ändern, sondern die Welt - und ihn so akzeptieren, wie er sei: "Ich will, das sich diese Welt ändert. Um für ihn eine bessere zu sein. Um sich ihn zu VERDIENEN.Denn er ist ein wundervoll, toller Mensch."
Also beschloss Berryann, ihren Sohn weiterhin zu unterstützen, und kaufte ihm Nagellack und ein Tutu.

Das Posting wurde mittlerweile über 27.000 Mal geteilt und erzielte große Resonanz.

Das Posting von Devon Berryann in voller Länge:

"Mein sechsjähriger Sohn trägt gerne Nagellack. Er trägt auch gerne Mädchenklamotten und Tutus. Er erzählt mir von den Jungs aus der Schule, die er gern hat. Er erzählt mir, dass er sie einmal heiraten und Babys adoptieren möchte. Vielleicht wächst sich das aus. Vielleicht nicht. Ich liebe ihn und akzeptieren ihn so, wie er ist. Ich habe immer geglaubt, dass ihn das vor Gemeinheiten und verletzenden Worten schützen würde, und habe mir keine Sorgen gemacht.

Vor ein paar Tagen kam er nach Hause und erzählte mir wieder davon, dass andere Kids in der Schule ihn wegen des Nagellackes gehänselt hatte, und zum ersten Mal kam mir der Gedanke, ihm zu raten, den Lack abzumachen. Ihm vorzuschlagen, diesen Teil von ihm zu verstecken. Denn zum ersten Mal hatte ich Angst davor, dass er irgendwann eines Nachts erschossen werden würde, während er mit Freunden unterwegs ist. In diesem Moment hatte ich solche Angst, dass ich überlegt habe, ob es besser wäre, ihn nicht mehr zu bestärken. Dann aber fielen mir all die Gründe ein, warum ich ihn der sein lasse, der er ist. Weil es ihn glücklich macht. Weil nichts mehr weh tut, als sein eigenes Kind traurig zu sehen. Weil jemand, der sich verstellt um anderen zu gefallen, sich irgendwann selbst hasst. Und das führt zu Depression und Selbstmord. Und das macht mir mindestens genauso viel Angst. Warum muss ich Angst um ihn haben auf Grund der Dinge und Personen, die ihm wichtig sind?

Ich will, das sich diese Welt ändert. Um für ihn eine bessere zu sein. Um sich ihn zu VERDIENEN.
Denn er ist ein wundervoll, toller Mensch. Er möchte Präsident werden. Er denkt, er ist ein Ninja. Er hört zu, wenn man ihm etwas erklärt, und merkt es sich für immer. Er bemerkt, wenn man traurig ist und versucht, einen aufzumuntern. Er strahlt ein Licht aus, das man nicht abdrehen kann, egal wie sehr andere Leute es versuchen.

So viel Angst ich habe, ich weiß, dass diese Welt sich nicht durch noch mehr Furcht ändern wird. Davon hat sie genug. Was sie braucht, sind mehr Liebe und Akzeptanz.

Also sind wir gestern los und haben mehr Nagellack gekauft, und heute haben wir Tutus getragen. Also, Welt, da ist er. Erkenne meinen Jungen als den tollen Menschen, der er ist. Zeig ihm Liebe. Zeig ihm Akzeptanz. Helft uns, diese Welt in eine zu verwandeln, die ihn verdient."

 

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