Mein Pflückgarten

Heute ist es soweit: WIENERIN-Autorin Eva Jankl geht unter die Gärtner. Oder zumindest unter die Pflück-Gärtner, denn auf dem 40 m² großen Stück Feld muss sie außer Jäten und Ernten nicht mehr viel machen. Ob dabei dennoch etwas schief gehen kann?

Zugegeben vom Gärtnern habe ich nicht die geringste Ahnung. Meine Mutter hat seit meiner Kindheit zwar einen Garten bepflanzt, aber mein Engagement in diesem ging immer gegen Null - außer man rechnet das Pflücken, um es gleich zu essen, als Gartenarbeit.

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Auch habe ich definitiv keinen grünen Daumen. In den vergangenen Jahren habe ich zwar immer jeweils ein Balkonkisterl mit Kräutern und eines mit Blumen auf der Fensterbank angepflanzt und diese haben es (meist) auch über den Sommer überlebt. Aber bei den Pflanzen innerhalb der Wohnung schaut es schon wieder Mau aus. Da gilt das Recht des Stärkeren und jene Pflanzen, die es heute noch gibt, gehören definitiv zur Kategorie „Nicht umzubringen".

Daher entstand die Idee einfach einen Pflückgarten bzw. ein Selbsterntefeld zu übernehmen. Der Großteil darin wird standardmäßig angepflanzt. Darunter Kohlrabi, Kraut, Rote Rüben, Zwiebel, Salat, Brokkoli, Karotten, Erbsen, Radieschen, Dille, Petersilie, Bohnen, Mais und Mangold. Zusätzlich habe ich noch einige andere Gemüsesorten wie Gurken, Tomaten, Pfefferoni oder etwa Zucchini bestellt. Diese muss ich dann selbst einpflanzen Termin dafür ist in drei Wochen. Letztendlich muss dann nur regelmäßig das Unkraut entfernt und geerntet werden, das Gießen übernimmt der Bauernhof, der die Pflückgärten betreibt.

Einige Freundinnen gehören bereits seit Längerem zu den fleißigen Stadtgärtnerinnen und ich kann mit Sicherheit sagen, dass deren frisch geerntete Tomaten, Zucchini, Gurken oder etwa Paprika einfach mehr Geschmack haben als jene aus dem Supermarkt. Und vom Biokisterl bin ich kein Fan. Einfach weil das gelieferte Obst und Gemüse am besten innerhalb der ersten Tage nach Lieferung auch verarbeitet werden sollte und das habe ich bei einem Versuch selten geschafft. Und in Stadtwohnungen sind die Gefrierfächer auch nicht unbegrenzt groß, um den Überschuss zu fassen. Ich hoffe schwer, dass in meinem Pflückgarten nicht alles zur selben Zeit reif wird, sonst stehe ich allerdings wieder vor demselben Problem. Zur Sicherheit habe ich den Garten gemeinsam mit einer weiteren Stadtpflanzen-Freundin angemietet - so sollte jedes Gemüse seinen Platz am Teller finden.

Noch ein Grund, der für den Pflückgarten spricht, ist, dass die Kinder sehen wie das Gemüse wächst und wie es geerntet wird - für Stadtkinder ist das schließlich keine Selbstverständlichkeit. Und ich möchte auf keinen Fall, dass meine Kinder irgendwann zu jenen Kindern gehören, die Himbeeren kosten und nicht sagen können, was das überhaupt ist, wie es in einer Studie vor einigen Jahren der Fall war. Letzten Sommer hatten sie jedenfalls immer viel Spaß beim Hobbygärtnern als wir eine Freundin des öfteren zu ihrem Garten begleitet haben. Ich hoffe, das bleibt so!

Unser Pflückgarten in 1220 Wien beim Biobauernhof Radl.

 

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