Mehr Männer namens Andreas in Österreichs Vorständen als Frauen

In börsenorientierten Unternehmen sind Frauen nach wie vor eine Randerscheinung. Eine aktuelle Analyse ergab: Es gibt in Vorständen mehr Männer mit Namen Andreas als weibliche Mitglieder.

Männer in Anzügen schütteln Hände

Anfang des Jahres gab es elf weibliche Vorstandsmitglieder in börsenorientierten Unternehmen in Österreich. Mittlerweile sind es 14. Grund zur Freude? Najo. Dem gegenüber stehen nämlich 172 männliche Mitglieder. Frauen machen also gerade mal 7,5 Prozent aus (Erhebung: Ernst & Young). Die Krönung? Es gibt unter allen Mitgliedern mehr Männer mit Namen Andreas als es Frauen gibt. Ihr könnt verstehen, warum sich die Freude in Grenzen hält, oder?

Andreas, Peter und Thomas führen das Ranking an

Die Analyse aller Vornamen der Vorstandsmitglieder zeigte, dass es unter ihnen 16 Personen gibt, die Andreas (bzw. Andrew) heißen, also mehr als alle weiblichen Vorstände zusammen. Auf Platz zwei des Rankings schaffte es Peter mit 13 Namensträgern, gefolgt von 10 Mal Thomas, 10 Mal Stefan sowie 8 Mal Franz.

Österreich schneidet international besonders mies ab

Nicht nur hierzulande sind Vorstände in börsenorientierten Unternehmen größtenteils von Männern besetzt. Im internationalen Vergleich schneidet Österreich allerdings besonders schlecht ab. In Norwegen und Schweden kommt man in den Vorstandsetagen auf immerhin 30 Prozent Frauenanteil.

Mehr Frauen in Aufsichtsräten

Ein bisserl rosiger sieht es dank Frauenquote von 30 Prozent (2018 eingeführt) in österreichischen Aufsichtsräten aus: Seit Einführung der Quote ist der Frauenanteil laut Ernst & Young von 18,5 Prozent auf knapp 26 Prozent gestiegen. So ist mittlerweile gut jedes vierte Mitglied im Vorstand eine Frau. Mit 142 Frauen und 407 Männern liegt Österreich hier sogar über dem Durchschnitt.

Rückgang bei Frauengehältern in Staatsbetrieben

Während Unternehmen des Bundes die Frauenquote von 30 Prozent in den Aufsichtsräten zwar einhalten, gibt es gleichzeitig eine negative Entwicklung zu beobachten: So lag die Entlohnung von Frauen im Jahr 2017 noch bei 86,2 Prozent der Einkommens von männlichen Kollegen (was an sich ja schon schlimm genug ist) – 2018 ging Entlohnung aber sogar noch zurück und lag nur noch bei 83,5 Prozent wie der Einkommensbericht des Rechnungshofes kürzlich offenbarte. In den Vorständen der Staatsbetriebe sieht es ähnlich aus: Das Einkommen der Geschäftsführerinnen entsprach 2018 nur 79,4 Prozent der Entlohnung männlicher Geschäftsführer.

 

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