"Mayday, Kokosnuss!" - Ein Hoch auf Safewords

Es sollte immer ein Safeword geben – damit wir das machen können, worauf wir wirklich Lust haben.

Kokonussmilch im Bikini trinken

"Die Leute da sehen alle so komisch aus! Ich glaub, ich will da nicht rein!" Wochenlang hatte K. mich bearbeitet, sie zu einem Sexworkshop zu begleiten – doch als sie mich jetzt vor der Tür abfängt, hat sie schlagartig gar keine Lust mehr ­da­rauf. "Ist das jetzt blöd von mir? Du machst solche Sachen doch ständig. Bestimmt findest du mich jetzt uncool!", sagt sie danach zu mir, als wir für eine Runde Kontemplation um den Block gehen.


Ganz im Gegenteil, liebe K. – ich finde, genau in diesem Moment hast du verstanden, wofür ich einige Workshops mehr gebraucht habe: dass man wirklich nicht jeden Scheiß mitmachen muss, vor allem keinen, auf den man gar keine Lust hat. Warum? Egal! Das Bauch­gefühl weiß Bescheid. Und erst, wenn wir uns Gelegenheit geben, ihm zuzuhören, können wir das tun, was uns gut tut, und uns aus Situationen lösen, in denen wir uns ­unwohl fühlen. Genau deswegen – und auch das lernt man in solchen Workshops – liebe ich Safewords.

Mayday, Kokosnuss, Krokodil

Ein vorher vereinbartes Wort, das möglichst wenig mit der aktuellen Lage zu tun hat, beendet die (Sex-)Szene. Für Situationen, in denen man vielleicht den Mund voll hat, empfehlen sich nonverbale Safewords wie bestimmte Handzeichen oder ein spezielles Blinzeln. Besonders empfehlenswert für eine sehr klare Kommunikation im Bett finde ich auch die Ampel. Grün heißt: Alles okay. Gelb: Vorsicht, nicht weiter gehen oder intensivieren. Rot: Stopp, sofort aufhören! Jede*r weiß, was Sache ist – und kann den so entstandenen Raum nutzen, um nachzujustieren, damit das passieren kann, was beide auch wirklich wollen.

Fünf Magische Worte

Hier noch ein Bonus-Lifehack für alle, die im Eifer des Gefechts vergessen haben, ein Safeword zu vereinbaren, sich aber gerade doch eher etwas anderes wünschen als das, was in ihrem Bett passiert, und es nicht so direkt sagen wollen: die fünf magischen Worte "Ich muss mal aufs Klo". Je mehr ich die Magie des Safewords erlebe, desto häufiger wünsche ich es mir für ganz alltägliche Situatio­nen, in denen ich stattdessen eigentlich lieber allein daheim auf der Couch realityfernsehend Snickers-Eis essen und meine Nasenhaare in einem Vergrößerungsspiegel bewundern würde.

Jemand möchte mit mir darüber diskutieren, warum Frauenquoten doch eigentlich Quatsch sind? Danke, nein – Krokodil! Das Tinder-Date redet seit einer halben Stunde von seiner "Voll psycho"-Exfreundin? Ciao, Kakao – Kokosnuss! Die Friseurin ­interpretiert meinen Farbwunsch Erdbeerblond eher so Stremellachs-Rosa? Mayday, Mayday! Nach einer Runde um den Block sagt K.s Bauchgefühl ganz klar Ja zu Thai-Streetfood. Dazu bitte eine Kokosnuss. Also dann, tschüss für heute! Muss mal aufs Klo!

 

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