Max Irons im Interview

Robert Pattinson sollte sich warm anziehen, denn hier kommt Max Irons. Der Star des Films "Seelen" aus der Feder von "Twilight"-Autorin Stephenie Meyer gilt schon vor dem offiziel­len Kinostart als Holly­woods neuer Frauen­schwarm.

miss: Nachdem du den Hype rund um Twilight beobachtet hast: Was hat dich dazu gebracht, den Film Seelen zu drehen?

Max Irons: Ich war etwas verängstigt, als ich den Namen Stephenie Meyer im Drehbuch las. Es gab viele Filme, die versuchten, das Konzept von Twilight zu übernehmen. Deshalb bin ich nicht ganz so ernst rangegangen - und musste feststellen, dass Seelen etwas völlig anderes ist. Ja, es kommen romantische Elemente vor, aber im Herzen ist es Sience-Fiction und eine Story über das menschliche Überleben.

Kannst du etwas aus dem Twilight-Hype für dich ableiten?

Ich mache mir keine Gedanken über die Konsequenzen, das ist fruchtlos, weil du es nicht kontrollieren kannst. Du weißt nicht, wohin es führt. An einem Tag bist du in, am nächsten out. Was in unserer Macht liegt, ist, gute Arbeit zu leisten und mit guten Regisseuren, guten Drehbüchern und guten Schauspielern zu arbeiten.

Max Irons und Saoirse Ronan


Hast du diese Philosophie von deinem Vater (Jeremy Irons, Anm. d. Red.) gelernt?

Vielleicht ein bisschen, aber ich denke, das gehört zur Allgemeinbildung. Hollywood hat sich in den letzten zehn, 15 Jahren sehr verändert. Wenn du heute schnell oben bist, in Bezug auf Berühmtheit und Bezahlung, geht das oft nicht einher mit deinem Können, denn es dauert, bis man ein großartiger Schauspieler ist - und dann kannst du genauso schnell wieder unten ankommen. Es gibt Hunderte Menschen, die mich ersetzen können.

Hast du wegen deiner berühmten Eltern dagegen angekämpft, Schauspieler zu werden?

Ich muss gestehen, dass die Schauspielschule in London eine Herausforderung war. Ich erinnere mich an das Getuschel, besonders als meine Freunde meinten, dass sich Dinge herumsprechen würden wie „Oh, er ist nur hier wegen seines Vaters", und ich wusste, dass es nicht die Wahrheit ist. Das war scheiße. Aber ich glaube nicht, dass es Vorteile hat. Vielleicht bekommst du ein Meeting mit einem Casting-Regisseur, aber noch lange keine Rolle.

Max Irons in "Seelen"



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Max Irons in "Seelen"

Denkst du, du bist wegen deiner ­Eltern besser vorbereitet auf den kommenden Hype um den Film?

Nein. Sie führen ein sehr normales Leben - und so bin ich auch aufgewachsen. Auf diese Art von Ruhm und diese Hysterie, darauf kann man sich nicht vorbereiten.


Gab's lustige oder seltsame Erlebnisse während der Dreharbeiten?

(lacht) Wir mussten ständig irgendwen umarmen. Wir hatten eine Autogrammstunde, zu der Tausende Menschen erschienen, und ein Mädel fragte: „Darf ich dich umarmen?" Das Blöde war, dass 200 Leute das gesehen haben - und jede Zweite wollte dann auch umarmt werden. Das kannst du nicht ablehnen, also musst du es tun. Aber was soll's, das ist eine gute Übung (grinst).


Was machst du abseits der Schauspielerei?

Was ich am liebsten mache, ist Free Diving. Deshalb will ich demnächst nach Griechenland. Wandern und Klettern liebe ich auch, deshalb ist Griechenland ideal: Du kannst den Berg hinaufklettern, wieder runter und dann im Ozean tauchen. Das ist perfekt!

InlineBild (ba811b8)Was gibt dir die Schauspielerei?

Ich will ehrlich sein: Ich kann Dreharbeiten noch nicht wirklich genießen. Mir fehlt die Übung, ich fühle mich nicht sicher vor der Kamera. Und ich habe noch nie diese magischen Momente gehabt, die man bei der Schauspielerei empfinden kann. Auf der Bühne, definitiv. Das habe ich gelernt, und da fühle ich mich sicher in dem, was ich tue.


Was hättest du gemacht, wenn du kein Schauspieler geworden wärst?

Ich glaube, Englischlehrer. Ich mag unsere Sprache. Und ich mag Kinder.


Wie geht's dir dabei, wenn Seelen als das nächste Twilight beschrieben wird?

Ich habe irgendwo einen Artikel gelesen, da stand so was wie „Welcher dieser zwölf Filme wird der nächste Twilight?" - aber keiner davon handelte von Vampiren. Was sie gemeinsam hatten, waren junge Schauspieler. Ich denke, die Leute sind interessiert an diesem Phänomen, das ist quasi eine Art Justin-Bieber-Effekt (lacht).

 

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