Masern & Co: Impfen hilft

Ungewöhnlich viele Masern-Fälle haben in Wien und Niederösterreich im Februar die Impfdebatte neu entfacht. Fakt aber ist: Masern sind höchstansteckend und können sogar tödlich enden - Impfen ist unerlässlich! Was Sie über Masern und andere schwere Kinderkrankheiten wissen müssen, lesen Sie hier.

Die aktuelle Maserndebatte zeigt, wie groß die Rolle der Schutzimpfungen ist. Denn nur diese können vor der hoch ansteckenden Kinderkrankheit bewahren, die teilweise noch Jahre später zu schlimmen Spätfolgen bis hin zum Tod führen kann. Von absichtlich herbeigeführten Übertragungen wie zum Beispiel Masernpartys kann nur abgeraten werden. Masern sind nicht harmlos.

Youtube: Natalie hatte Masern.

Grundsätzlich sollten die Kinderärzte nach Rücksprache mit den Elltern den Kinden automatische die kostenlos im Österreichischen Impfplan enthaltenen Impfungen verabreichen.

Für die hoch ansteckenden Masern wurde sogar 2011 die Altersgrenze der Gratisimpfung von 25 Jahren auf 45 Jahre erhöht, um auch den älteren Generationen einen wirksamen Schutz kostenlos zur Verfügung zu stellen. Denn die Impfstoffe, die früher verwendet wurden, geben keinen lebenslangen Schutz. Außerdem wurde noch vor einigen Jahrzehnten nur eine Dosis verabreicht. Man weiß heute, dass zum Erreichen dieses Zieles zwei Teilimpfungen notwendig sind.

Sollten Sie dennoch Krankheitsanzeichen bei Ihren Kleinen oder sich selbst erkennen, heißt es ab zum Arzt. Auf was Sie achten müssen, erfahren Sie hier:

Masern

Diese Kinderkrankheit ist hochansteckend und kann sogar von einem Luftzug übertragen werden. Durch die Infektion wird das Immunsystem stark geschwächt, wodurch oft im Zuge dessen eine Mittelohrentzündung oder Bronchitis die Folge sein können.

Symptome

  • Reizhusten, Schnupfen
  • Fieber
  • Bindehautentzündung
  • zunächst Flecken auf der Mundschleimhaut
  • anschließend rötliche Flecken im Gesicht, die sich auf dem ganzen Körper ausbreiten

Masern sind meist aufgrund möglicher Komplikationen, wie Zweitinfektionen, die zu einer Lungenentzündung bis hin zur Kehlkopfentzündung und Atemnot reichen können, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Therapie

Vorbeugend hilft nur eine Impfung gegen eine Infektion. Ist das Kind an Masern erkrankt, darf es sich nicht anstrengen und muss ausreichend trinken. Gegen das Fieber und den Husten helfen meist übliche Behandlungmethoden - natürlich nach Absprache mit dem Arzt. Ebenfalls muss beachtet werden, dass das Kind in dieser Zeit keinen Kontakt zu Leuten hat, die noch nicht an Masern erkrankt sind. Wer einmal die Masern hatte oder geimpft ist, ist hingegen geschützt.



Diphterie

Diphterie ist eine schwere Krankheit, die durch Bakterien ausgelöst wir. Die meldepflichtige Krankheit ist in Westeuropa seltener geworden, da die Kinder im ersten Lebensjahr geimpft werden. Diphterie wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Bei einer Ansteckung können als Komplikationen Entzündungen des Herzmuskels und der Nieren sowie Lähmungen auftreten.

Symptome

  • Kopf- und Halsschmerzen
  • meist geringes Fieber
  • Schluckbeschwerden
  • stark geschwollene Lymphknoten
  • graugelber Belag auf Rachen und Mandeln
  • faulig süßlicher Mundgeruch

Therapie

Die Behandlung von Diphterie erfordert eine Kombination aus einem Gegengift und Antibiotika. Wird die Krankheit früh diagnostiziert, gibt es meist keine Probleme und die Symptome klingen nach ca. einer Woche ab.

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Gratisimpfungen im Österreichischen Impfplan:

6-fach-Impfung: Diphterie, Tetanus, Pertussis (Keuchhusten), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Hepatitis B, Haemophilius infl. B
3 Impfungen in den ersten 12 Monaten, Wiederauffrischung ab dem 7. Lebenjahr und im Zehnjahresrhythmus

3-fach-Impfung: Masern, Mumps, Röteln
Zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen ab dem 11. Monat.

Rotavirus
Zwei bis drei Teilimpfungen ab der 7. Woche.

Pneumokokken
Drei Teilimpfungen innerhalb des ersten Lebensjahres ab dem 3. Monat

Meningokokken
Impfung im Alter von 12 Jahren

Humane Papillomaviren
Zwei Impfungen ab 10 Jahren

Röteln

Diese ansteckende Hauterkrankung wird durch Viren ausgelöst.

Symptome

  • Schwellung der Lymphknoten im Rachenraum
  • feinfleckiger Ausschlag der sich vom Gesicht über den ganzen Körper ausbreitet

Therapie

Da Röteln bei Schwangeren zu schweren Komplikationen führen können, ist besonders bei Mädchen eine Impfung noch vor der Pubertät wichtig. Eine Ansteckung im Kindesalter bringt Immunität mit sich.

Feuchtblattern

Auch als Windpocken bekannt, ist ein sehr ansteckender Virus. Durch die rasche Verbreitung, erkranken die meisten schon im Kindesalter daran. Es ist zwar nicht bekannt, ob durch eine Ansteckung lebenslange Immunität erreicht wird, jedoch hält die Immunität jedenfalls über einige Jahrzehnte.

Symptome

  • Kopfschmerzen, Unwohlsein, mittelhohes Fieber
  • stark juckender Hautauschlag aus kleinen Bläschen, die sich meist zunächst hinter dem Ohr auf das Gesicht und schließlich auf den ganzen Körper ausbreiten
  • nach ca. einer Woche platzen die Bläschen auf, verkrutzen und fallen ab

Therapie

Wer nicht als Kind Feuchtblattern hatte, ist sein Leben lang gefährdet, was besonders bei älteren Menschen zu Komplikationen führen kann. Ist der kleine Patient an Windpocken erkrankt, sollte ein Kratzen möglichst vermieden werden, da sich sonst Narben bilden. Feuchtigkeitsspendende und juckreizstillende Cremes, Schlafen mit Baumwollhandschuhen, Kürzen der Findernägel, feuchte Umschläge, regelmäßiges Baden und auf Körperhygiene achten, können die Symptome lindern und eine schnellere Gesundung fördern.

 

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