Marillentraum

Hochsommer ist Marillenzeit. Ab Mitte Juli finden sich die ersten österreichischen Marillen in den Obstregalen der Supermärkte. Nun heißt es schnell sein, denn heimische Ware ist nur für kurze Zeit erhältlich. Die kleinen runden Früchte schmecken herrlich süß und können für viele leckere Desserts verwendet werden.

Die Marille hat bereits einen langen Weg hinter sich. Das Steinobst kommt ursprünglich aus China, wo es schon 3.000 bis 2.000 vor Christus bekannt gewesen sein soll. Langsam fand die Marille ihren Weg nach Mittel- und Vorderasien und schließlich nach Europa. Schon im 1. Jahrhundert nach Christus soll sie im Donauraum verbreitet gewesen sein und damit auch in Österreich.

Ein Baum, viele Marillen
Der Marillenbaum gehört zur Familie der Rosengewächse. Er blüht bereits im Frühjahr und ist an seinen unzähligen kleinen, weißen oder weiß-rosa Blüten zu erkennen. Geerntet werden Marillen in Österreich ab Mitte Juli, die größten Anbaugebiete befinden sich in Niederösterreich (Wachau, Weinviertel) und dem Burgenland.

Weil die kleinen Früchtchen nicht besonders lange haltbar sind, findet man heimische Marillen nur bis Mitte oder Ende August im Handel. Von Juli bis September sind außerdem Marillen aus europäischen Mittelmeerländern erhältlich.

Klein und süß
Marillen werden etwa vier bis acht Zentimeter groß, sind kugel- bis eiförmig und haben eine dünne, samtige oder glatte Schale. Die Farbpalette reicht von hellgelb bis orange. Wenn Marillen besonders lange am Baum bleiben und viel Sonnenschein abbekommen, können sie sich teilweise auch rot färben.
Die Marille schmeckt im reifen Zustand nicht nur angenehm süß, sie enthält von allen Obstsorten auch am meisten Provitamin A (Carotin) - zwei bis drei Marillen decken bereits den Tagesbedarf. Außerdem punktet sie mit Vitamin B1, B2, C und Mineralstoffen wie Natrium, Kalium, Calcium, Phospor und Eisen. Die Kerne sind übrigens nicht essbar.
Anders als etwa Bananen reifen Marillen nicht nach, wenn sie geerntet wurden. Ein kurzer Transportweg lohnt sich also. Die Früchte können dann länger am Baum bleiben und kommen süß bei Ihnen an. Greifen Sie beim Kauf deshalb am besten zu heimischen Marillen.

... die Bezeichnung „Wachauer Marille“ in der Europäischen Union ursprungsgeschützt ist und nur für Marillen aus der Region verwendet werden darf?

... es in der Wachau einen eigenen Marillen-Erlebnisweg gibt?

... Marillen beim Erhitzen ihre natürliche Süße verlieren?

... die Marille in weiten Teilen Deutschlands nur als Aprikose bekannt ist?

... das Wort Marille vermutlich von der italienischen Bezeichnung „armellino“ abgeleitet wurde?

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