Margaret Cho über Trump, Feminismus und "Fresh Off the Bloat"

Sie ist eine der witzigsten Schauspielerinnen Amerikas und scheut nicht davor anzuecken. In ihrer neuen Comedy-Show hat sie es besonders auf einen Mann abgesehen: Donald Trump. Der kommt bei ihrer Performance nämlich gar nicht gut weg. Wir haben sie zum Gespräch getroffen und gefragt, was dahinter steckt.

Margaret Cho (u.a. bekannt aus "Sex and the City" oder "Drop Dead Diva") zählt zu den beliebtesten Comedy-KünstlerInnen der USA und besucht mit ihrem neuen Programm "Fresh off the Bloat" im November auch Wien.

Wir sprachen anlässlich ihrer Comedy-Tour mit ihr über ihren Kampf gegen Donald Trump, Feminismus und die Frage, ob man News 2017 überhaupt noch ohne Humor aushält.

Frau Cho, Wien ist auf Ihrem bisherigen Tour-Kalender die einzige deutschsprachige Stadt, die sie bespielen. Gibt es dafür einen Grund?

Cho: Ich liebe Wien einfach. Vielleicht komme ich auch noch in andere deutschsprachige Städte, vielleicht auch noch in andere Orte nach Österreich. Aber Wien liebe ich wirklich, weil ich finde, dass es das Zentrum der klassischen Kunst und der Musik ist. Ich finde auch den "Life Ball" toll, es gibt wirklich viele Dinge die ich an dieser Stadt schätze. Sie ist genial und ich freue mich wahnsinnig darauf, hier zu sein.

Was können wir uns von Ihrer Show in Wien erwarten? Worum wird es gehen?

Es geht sehr stark darum, wie wir mit Donald Trump als US-Präsident umgehen sollen. Und zwar nicht nur in den USA, sondern global. Auch, wie man etwa gerade mit der aktuellen Situation in Nordkorea umgeht. Es geht auch um Rassismus und „White Washing“, mit beiden Sachen beschäftige ich mich schon seit Jahren. Das Bühnenprogramm ist sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Es reicht von Politik bis Sexualität. Mir war wichtig, dass es brutal und schonungslos wird.

Wie plant man eigentlich ein Konzept für eine Comedy-Show, wenn der Protagonist (Donald Trump) fast täglich für neue Skandale sorgt?

Ich glaube man muss immer am Ball bleiben und vorbereitet sein, um auf die Bühne zu gehen und darüber zu sprechen. Egal, was es ist. Es ist jeden Tag etwas Neues.

Sie waren eine leidenschaftliche Unterstützerin von Hillary Clinton und waren auch Teil Ihrer Kampagne. Können Sie, aus Ihrer Erfahrung im Wahlkampf, einen Grund nennen, warum Trump schließlich gewonnen hat?

Ich finde es wirklich seltsam. Wir hatten noch nie eine weibliche Präsidentin. Während in anderen Ländern Frauen in der Spitzenpolitik ganz normal sind, sei es Angela Merkel oder selbst Margret Thatcher, scheint es in den USA einfach keinen Platz für eine Frau an der Spitze des Weißen Hauses zu geben.

Also ist es Ihrer Meinung nach ein Problem der Misogynie, das in den USA herrscht?

Auf jeden Fall. Und es ist ein Rückschritt, der von Menschen verursacht wurde, die auf Barack Obama sauer waren, weil sie sich von seiner Politik ausgeschlossen fühlten. Was sowieso verrückt ist, schließlich war er ein sehr erfolgreicher und guter Präsident… Der beste, den wir vermutlich je hatten. Er hat unser Land einfach besser gemacht. Es ist verrückt!

Glauben Sie, dass der Sieg Trumps die feministische Bewegung gestärkt oder geschwächt hat?

Der Sieg wird uns [den Feminismus, Anm.] stärker machen, das glaube ich wirklich. Trump hat die Bewegung nur gestärkt und bekräftigt. Das sieht man am Women's March, die weltweit passiert sind. Das ist großartig!

Die Comedy-Industrie ist auch 2017 immer noch sehr männerdominiert. Hat sich da etwas in den letzten Jahren zum Positiven verändert?

Ich glaube schon, dass sich etwas ändert. Alle Comediens, die ich mag waren und sind immer Frauen gewesen. Ich habe das Gefühl, sie haben einfach die beste Einstellung und das beste Bühnen-Material und ich fühle mich durch ihre Auftritte auch sehr bestärkt.

Welche weiblichen Comedy Artists schätzen Sie besonders?

Ich liebe Kathy Griffin, auch meine Kollegin Amy Shumer kann ich sehr empfehlen. Es gibt so viele tolle Frauen da draußen, die einfach großartig sind.

Seit den letzten Monaten kann man beobachten, dass immer mehr Menschen ihre News stärker von politischen Comedy-Shows beziehen und weniger von klassischen News-Medien. Hält man in Zeiten von Donald Trump politische Berichterstattung nur dann aus, wenn sie mit Humor präsentiert wird?

Ja. Ich glaube, es ist eine großartige Möglichkeit, um das, was gerade passiert, besser zu verstehen. Und ich denke, es hilft auch damit besser umgehen zu können. Ich liebe das!

In Ihrer Show behandeln Sie nicht nur „lustige“ Themen sondern sprechen auch über Ihre Vergangenheit, Ihre Depressionen und Suchtprobleme. Wie passen diese ernsten Themen auf eine Comedy-Bühne?

Man muss die Fähigkeit besitzen, um über solche ernsten Themen sprechen zu können. Man muss einen Weg finden, es lustig zu verpacken und in einer Weise auch andere Menschen darüber aufzuklären. Das muss man können und ich glaube, meine Show davon auch sehr stark geprägt. Das war mir sehr wichtig und auf diesen Teil meiner Arbeit bin ich auch wirklich stolz!

 

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