Männer lesen Hasspostings vor Journalistinnen vor

Es fällt schwer, sich dieses Video bis zum Schluss anzusehen.

Journalistinnen werden im Internet viel öfter Opfer von Gewalt, wie etwa auch der WIENERIN-Themenschwerpunkt über Gewalt gegen Frauen im Internet bewiesen hat.

Wie schlimm die Realität wirklich aussieht, zeigt jetzt ein Video der amerikanischen Sportjournalistinnen Sarah Spain und Julie DiCaro, die andere Männer gebeten haben, ihnen die Hasskommentare, die sie täglich bekommen, vor laufender Kamera vorzulesen. Das Ergebnis ist erschreckend:

Was lustig anfängt, wird nach der Zeit, schwierig mitanzusehen. Kommentare wie "Einer der Spieler sollte dich mit seinem Hockeyschläger totschlagen", "Ich hoffe, du wirst wieder vergewaltigt" oder "Du sollst Bill Cosbys nächstes Opfer sein" zeigen die Bandbreite an offenen Gewaltandrohungen und Vergewaltigungsfantasien, denen sich die Sportjournalistinnen täglich aussetzen müssen.

Diese Nachrichten sind leider nur eine Antwort auf eine Tatsache: dass diese Frauen ihren Job machen. DiCaro berichtete nämlich über die Vergewaltigungsvorwürfe gegen einen bekannten Hockey-Spieler - und erntete daraufhin hunderte wütende und gewaltvolle Kommentare. Das führte sogar dazu, dass sie sich entschied, eine Zeit lang nicht arbeiten zu gehen.

Im obigen Video zeigen sich die Männer, die die Kommentare vorlesen, geschockt und erschüttert vom Hass, den die Journalistinnen ertragen müssen.

Dass das keine "Einzelfälle" sind, zeigt eine neue Studie der britischen Zeitung "The Guardian", die seit dem Jahr 2006 über 70 Millionen Kommentare ausgewertet hat. Das erschütternde Ergebnis: 8 der 10 JournalistInnen, die am häufigsten Hass und Gewalt in den Kommentaren erfahren, sind Frauen. Die zwei Männer sind Schwarze. Zwei der Frauen und ein Mann sind außerdem homosexuell.

 

Aktuell