Männer, die sexistisch sind, schaden sich selbst

Eine Langzeit-Studie zeigt, dass nicht nur Frauen unter Sexismus und Macho-Gehabe leiden.

Dass Sexismus nicht nur nervt, sondern Frauen nachweislich schadet, ist hinlänglich bekannt. Doch eine neue Langzeit-Studie beweist nun, dass auch jene Männer, die sexistische Aussagen tätigen, davon Schaden tragen, wie in der neuesten Ausgabe des "Journal of Counseling Psychology" berichtet wird.

Maskuline Normen fördern psychische Erkrankungen

Die Untersuchung, die über elf Jahre lang in 74 Studien über 19.4000 Teilnehmer analysierte, gibt erstmals Aufschluss über den Zusammenhang zwischen maskulinen Verhaltensweisen und psychischen Erkrankungen.

"Sexistische Einstellungen sind also nicht nur ungerecht, sie schaden auch den Männern, die sie äußern".

von Y. Joel Wong

Als "maskuline Normen" wurden elf Faktoren festgeschrieben, die als Grundlage der Studie dienten, wie Mashable berichtet. Diese wären:

Gewinnen, emotionale Kontrolle, Risikobereitschaft, Gewalt, Dominanz, Playboy-Verhalten, Eigenverantwortung, Stellenwert der Arbeit, Macht gegenüber Frauen, Abneigung gegenüber Homosexuellen und Machtbestreben.

Bis auf den Punkt der Risikobereitschaft konnten die Wissenschaftler alle anderen männlichen Verhaltens-Normen mit psychischen Problemen wie Einsamkeit und Depression in Verbindung bringen. Das liegt laut den Autoren besonders daran, dass es betroffenen Männern schwer falle, sich in enge Beziehungen zu begeben.

Die Studie beweist, dass sexistisches Gehabe nicht nur beim Opfer, sondern auch dem Täter Wunden hinterlässt. Und nicht, wie der Sieg Trumps vielleicht vermuten lässt, zu Vorteilen führt. Umso wichtiger ist es laut Studienautor Y. Joel Wong, der Bekämpfung des Sexismus mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

 

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