Mann gibt sich als Arzt aus und nötigt Frauen via Skype, sich Stromschläge zuzufügen

Der falsche Mediziner brachte junge Frauen übers Internet dazu, sich mit selbstgebauten Apparaturen, lebensbedrohlichen Stromschlägen auszusetzen, um so seinen Fetisch zu befriedigen. Das Urteil: Elf Jahre Haft.

Mann schreibt auf Laptop

Neuer Tag, neuer grausamer Fall männlicher Gewalt gegen Frauen. Diesmal: Der eigentliche Informatiker David G. kontaktiere Frauen, die auf einer Online-Plattform Inserate zur Suche nach einem Nebenjob aufgegeben hatten. Er gab an, Arzt einer medizinischen Uni zu sein und Teilnehmerinnen für ein Experiment zu suchen – natürlich gegen Geld (das letztendlich niemals floss). Via Skype wies er die nichtsahnenden "Probandinnen" an, Apparaturen anzufertigen, mit denen sie sich Stromstöße zufügen sollten, was diese befolgten. Nun ist David G. vom Münchner Landgericht zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

In 88 Fällen angeklagt

Ursprünglich war G. wegen 88 (!) Fällen versuchten Mordes angeklagt. Verurteilt wurde der 31-Jährige nach der Beweisaufnahme schließlich wegen 13-fachen versuchten Mordes, schwerer Körperverletzung, Titelvergehen (hatte er sich ja als Arzt bzw. Professor ausgegeben) und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen.

G. war nie am Tatort

Die Krux an dem Fall: G. hatte sich in keinem der Fälle am tatsächlichen Tatort aufgehalten. Er überredete die Frauen per Online-Chat zwar dazu, sich die Stromschläge zuzufügen, jedoch führten sie die Tat selbst an sich durch. Das Gericht entschied, dass es sich nicht um bewusste Selbstschädigung handelt, da G. die Kontrolle hatte.

Sexueller Fetisch

Per Skype schaute G. seinen Opfern dabei zu, wie sie sich selbst verletzten. Es soll ihn erregt haben, zu sehen, wie die Frauen starke Schmerzen erlitten, zitterten und verkrampften. Manche der Frauen hatten nach den "Experimenten“ Brandmarken, unter anderem an den Schläfen, da G. sie angewiesen hatte, sich metallene Gegenstände dorthin zu halten – was natürlich besonders gefährlich ist, da das Gehirn so im Stromweg liegt. Das Gericht wertete die Fälle als Mordversuch. G. hatte vorab nämlich online zu den Gefahren von Stromschlägen am Gehirn recherchiert und daher gewusst, dass er die "Probandinnen“ einer Lebensgefahr aussetzen würde. Eines seiner Opfer war erst dreizehn Jahre alt.

G. war psychisch krank

Die Frauen und Mädchen überlebten die Attacken. Wäre es nicht zur Festnahme gekommen, nachdem ein 16-jähriges Mädchen Anzeige erstattet hatte, hätte G. vermutlich weitergemacht und sich problemlos neue Opfer gesucht. Bei G. wurde nach seiner Festnahme eine psychische Erkrankung festgestellt. Der 31-Jährige soll nun in eine Psychiatrie eingewiesen werden.

 

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