Man nennt sie Novids: Sind manche Menschen doch gegen Corona immun?

Jede*r kennt jemanden, der*die noch nicht am Coronavirus erkrankt ist. Aber wie ist das nach zahlreichen Wellen und Varianten überhaupt möglich? Die Wissenschaft könnte nun eine Antwort gefunden haben.

Frau

Woran liegt eine massive Resistenz gegen Covid-19, die so weit geht, dass man sich überhaupt noch nicht angesteckt hat? Klar, Glück hilft, die Impfung und ein hervorragendes Immunsystem ebenfalls.

Genforscher vermuten inzwischen aber, dass es angeborene Schutzmechanismen geben könnte. In einem internationalen Genforschungsprojekt wird die Corona-Resistenz nun an 150 Instituten geprüft. Dabei werden etwa Menschen untersucht, die sich trotz enormer Virus-Exposition nicht angesteckt haben, wie zum Beispiel im gleichen Haushalt.

Benannt werden diese "Glücklichen" nun Novids. "Wir versuchen zu verstehen, ob es genetische Merkmale sind, die bestimmten Personen vor einer Covid-19-Infektion schützen", wird András Spaan, Sprecher des Genforschungsprojekts, von Healthline zitiert.

SARS-CoV-2 ist zwar neu, der menschliche Kampf gegen Erreger und Viren jedoch nicht. Der Experte für Genetik und Infektionskrankheiten an der Rockefeller University (New York) vermutet, dass in der menschlichen Evolution Genvarianten in manchen Menschen entstanden sind, die zufällig vor dem Coronavirus schützen. Genau daran wird nun geforscht.

Immunität gegen Krankheiten sind nichts Neues, manche Menschen sind etwa gegen HIV natürlich geschützt. "Als entschlüsselt war, welche biologischen Wege durch die CCR5-Genvariante beeinflusst werden, konnte ein Medikament gegen Aids entwickelt werden", sagt Spaan zur WELT. "Natürlich wäre es toll, wenn uns etwas Ähnliches bei Covid-19 gelänge".

Bist du bisher vor Corona verschont geblieben, muss das aber freilich nicht an einer Resistenz liegen. Genauso kann dein Immunsystem schnell sein und Viren früh zerstören. Oder du hattest doch einfach ein wenig Glück.

 

Aktuell