"Mama, wo kommen die Babys her?"

Mama, wo kommen die Babys her? Wieso verändert sich mein Körper? Alle haben schon Sex, wann bin ich soweit? All das und noch viel mehr beschäftigt Kinder und Jugendliche, wenn es um das Thema Sexualität geht. Doch wie kläre ich mein Kind richtig auf?

Obwohl unsere Gesellschaft so aufgeklärt und tolerant ist, scheint das Thema der sexuellen Aufklärung von Kindern und Jugendlichen auf der Strecke zu bleiben. Viele Eltern sind sich vielleicht unsicher, ob und wenn ja, wie sie Fragen über Sex von ihren Kindern beantworten sollen. Wir haben bei Psychotherapeutin Melanie Esterl nachgefragt.

Wer soll das Aufklärungsgespräch führen?

Prinzipiell ist es bei Gesprächen über Sexualität wichtig, offen damit umzugehen. Hat man mit dieser Thematik selbst Probleme, geniert sich oder fühlt sich extrem unwohl, sollten Aufklärungsgespräche nicht selbst geführt werden. Denn das Problem dabei, so Psychotherapeutin Melanie Esterl, ist, dass diese unangenehmen Gefühle, die eigene Scham oder eigene Bewertungen unterschwellig mitgegeben und auf das Kind übertragen werden. Es ist keine Schande, eine Vertrauensperson (z.B. die "coole" Tante) oder professionelle Hilfe hinzuzuziehen, um diese Gespräche zu übernehmen. Auch sollten, spätestens wenn das Kind in der Pubertät ist, Aufklärungsgespräche zwischen Gleichgeschlechtlichen (also Vater und Sohn, Onkel und Neffe, Mutter und Tochter, etc.) geführt werden.

Ab wann kann und soll man mit dem Kind über Sex reden?

Sobald Kinder darüber reden wollen. Kleinkinder wollen meistens erstmal wissen, woher die Babys kommen. Hier ist es wichtig, dies auf kindgerechte Weise zu erklären. In der Vorpubertät (zwischen 10 und 11 Jahren) sollte mit besonderem Taktgefühl auf die Veränderungen des Körpers, und welche Gefühle und Bedürfnisse diese mit sich bringen, eingegangen werden. Auch wenn der Jugendliche kein Gespräch sucht, ist es von großer Bedeutung, vorallem die Themen Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten, anzusprechen.

Offene Kommunikation ist wichtig


Besonders in Zeiten von sexueller Überreizung durch Medien, Überflutung von pornografischem Material und die leichte Beschaffung von diesem, sind Jugendliche überfordert und extrem verunsichert. Sie stellen sich Fragen, wie

* Wann soll ich Sex haben?

* Bin ich schön genug?

* Was genau muss ich da tun?

* Wann weiß ich, ob ich bereit bin?

Im Freundeskreis trauen Sie sich dann oft nicht, offen Fragen zu stellen und über ihre Unsicherheiten miteinander zu reden. Umso wichtiger ist es, offen über Sexualität mit ihnen zu sprechen und ihnen einen Raum zu schaffen, in dem sie sich sicher fühlen. Prinzipiell sollten Eltern ihren Kindern die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen und ihnen signalisieren, dass sie jederzeit für sie da sind.

Liebe,Sex und mehr
Christine Wolfrum und Peter Süß
deutscher Taschenbuch Verlag

Liebe, Sex und Co
Sabine Thor-Wiedemann
Ravensburger

Wo kommen die kleinen Babys her?
Malcom & Meryl Doney
Brunnen Verlag
Melanie Esterl
Systemische Psychotherapie
Traumatherapie
Coaching & Supervision

Pfefferhofgasse 6/2
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