Mama wechselte ihrem Baby in einem fremden Wohnzimmer die Windel und alle drehen durch

Ist es okay, die Windeln des eigenen Baby ungeniert vor anderen Menschen zu wechseln?

Gefühlte 80.000.000 Windeln braucht so ein Kleinkind, bis es selbstständig auf die Toilette gehen kann. Popsch-wischende Eltern haben also wohl oder übel ziemlich Routine im Windelnwechseln und lassen sich auch nicht von überquellenden Paketen aus der Ruhe bringen. Ganz im Gegensatz zu so manch unerfahren-kinderlosen Menschen, wie der anonymen Userin, die sich im öffentlichen Forum netmums.com über einen Windelvorfall beschwert.

"Ich habe keine Kinder und ich bin auch kein besonderer Fan von Kindern anderer Leute oder der Tatsache, dass sie mein Leben beeinflussen, aber ich halte mich mit meinen Ansichten zurück und verhalte mich problemlos und gern entgegenkommend und habe auch sehr liberale Ansichten, wenn es um Erziehung geht", beginnt sie ihr Posting, wie man jedes gute "Wut-Posting" eben beginnt. Es ist die Windel-Version von "Ich bin kein Rassist, aber..." und sozusagen kampferprobt.

Die eigentliche Geschichte geht so: Eine alte Uni-Freundin hat die Verfasserin mit ihrem Kleinkind besucht. So weit, so gut. Bis das Kleinkind in die Windeln gekackt hat.

"Mitten in unserer netten Unterhaltung war dann klar, dass ihr 19 Monate altes Baby eine frische Windel braucht. Und ohne unser Gespräch zu unterbrechen, holt meine Freundin einfach eine winzig kleine Wickelunterlage und Feuchttücher heraus, legt sie auf meinen Teppichboden und präsentiert frische Fäkalien in meinem Wohnzimmer."

"Ich verstehe, dass man völlig immun gegen die Ausdünstungen seines eigenen Kindes ist"

Zuerst sei sie verwirrt gewesen und habe versucht, sich nicht zu ekeln aber der "Kaka-Geruch" sei "übermächtig" gewesen, eine weitere Anwesende hätte ausgesehen, als würde sie sich gleich übergeben. Die Verfasserin stellt dem weisen Internet also die berechtigte Frage: Ist es okay, sich vor fremder Babykacke im eigenen Wohnzimmer zu ekeln?

"Ich unterstütze Stillen in der Öffentlichkeit usw., da kann man echt nichts dagegen sagen (...) Aber warum ist es okay, in einem Wohnzimmer eine Windel zu wechseln, wenn es ein voll ausgestattetes Badezimmer und mehrere andere Räume gibt, in dem wir nicht gerade Tee trinken?", fragt sie.

Obwohl sie in einem Pflegeberuf arbeiten würde und nicht gerade zimperlich sei, wenn es um Körperflüssigkeiten geht, fände sie das Verhalten ihrer Freundin unangemessen. "Ich verstehe, dass man völlig immun gegen die Ausdünstungen seines eigenen Kindes ist, aber davon auszugehen, dass Andere das genauso genießen, ist unverschämt."

Ist es okay, ungeniert die Windeln eines Babys zu wechseln?

Dazu gibt es selbstverständlich alle Nuancen an Meinungen. Einige NutzerInnen stimmten der angeekelten Frau zu.

"Ich als Mutter würde in so einer Situation niemals die Windeln wechseln ohne zu fragen, wo ich es machen soll. Manchen Freunden ist es egal, dann kann ich es an Ort und Stelle erledigen, andere weisen mir einen geeigneten Ort zu. Ich verurteile dich nicht, weil du nicht glücklich darüber bist, dass jemand eine Windel in deinem Wohnzimmer wechselt", schreibt eine.

Eine andere Frau gibt außerdem zu bedenken: "Der Geruch bleibt oft lange im Raum, es ist einfach höflich zu fragen, ob man wo anders hingehen kann."

Andere sehen das nicht so. "Windeln wechseln ist etwas, das man macht ohne darüber nachzudenken," schreibt eine Userin. "Es ist ein Babypopo, ist das wirklich so schrecklich?", fragt eine Weitere.

Ein paar Posterinnen regen sich über den Vergleich mit dem Stillen auf: "Ein Ratschlag: Stillen und Kacken sind nicht das Gleiche und wenn du diese beiden Dinge jemals vor einer stillenden Freundin gleichsetzt, hast du wahrscheinlich eine Freundin weniger," schreibt eine.

Und eine Frau fasst zusammen, dass nun mal jeder unterschiedlich auf Fäkalgerüche reagiert und das total okay ist: "Mir ist mit einer Freundin etwas ganz ähnliches passiert, aber ich war die Windeln wechselnde Mutter in dem Szenario. Sie hat nichts gesagt, aber ich hab später gehört, dass sie ihrem Freund erzählt hat, wie ekelhaft es war. Und mir ist klar geworden, dass das eben nicht zu ihrem Leben gehört. Jetzt frage ich immer nach, aber ich musste es so hören, um wirklich darüber nachzudenken."

 

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