Malala bekommt Hasskommentare, weil sie in Oxford Jeans trägt

In den pakistanischen Medien wird die Menschenrechtskämpferin für ihre "westliche" Kleidung kritisiert.

Malala Yousafzai ist eine der bekanntesten Frauenrechtskämpferinnen der Welt. Sie setzt sich seit ihrer Kindheit dafür ein, dass Mädchen in Pakistan und weltweit Zugang zu Bildung haben. Mit 17 wurde sie zur jüngsten Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten. Für all das wurde sie weltberühmt - und seit kurzem studiert die ehrgeizige junge Frau an der Lady Margaret Hall, einer der renommiertesten Universitäten in Oxford.

Doch für die pakistanischen Medien scheint vor allem ein Detail interessant zu sein: ihre Kleidung. Auch online erhielt Malala wegen ihrer "westlichen Kleidung" bereits zahlreiche Hasspostings. Der Hintergrund ist ein (nicht verifiziertes) Foto, das die junge Frau in Jeans und Schuhen mit Absätzen in Oxford zeigen soll und seitdem in sozialen Medien tausendfach geteilt wurde.

"Malala kann tragen, was sie will"

Manche Facebook-User verglichen sie sogar mit einem Pornostar, wie der "Indian Express" berichtet.

Doch viele unterstützen Malala und fragen sich, warum ihre Kleidungswahl ein Problem für so viele Menschen ist. Die BBC-Reporterin Anita Anandsagte etwa: "Malala kann tragen, was sie will, wenn es nach mir geht. Die Kritik kommt aus besonders rückständigen Kreisen, und ich bezweifle, dass sie irgendetwas tun könnte, um ihnen zu gefallen. Sie ist eine Heldin und ein Role Model."

Malala, die 2012 wegen ihres politischen Engagements einen Schuss in den Kopf durch die pakistanischen Taliban erlitten hat, studiert seit kurzem Politik, Philosophie und Wirtschaft in Oxford. Bereits vor einigen Jahren hat sie es mit diesem Zitat auf den Punkt gebracht: "Extremisten haben gezeigt, was ihnen am meisten Angst macht: Ein Mädchen mit einem Buch."

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