Mal ehrlich: Keine Unterhose ist die beste Unterhose!

Ein Plädoyer für mehr Unten Ohne - vor allem im Sommer.

Ein Plädoyer für "Unten Ohne"

Mal ehrlich: Wozu eigentlich Unterhosen? Also, ganz ernsthaft: Wofür sind sie gut? Warum verwendet man sie? Wer hat mal gesagt: Oh, ich finde, man bräuchte da zwischen Vagina und Gewand noch eine zusätzliche Schicht Stoff - und warum? Ja, ich weiß, es war die industrielle Revolution und der Kapitalismus und so, schließlich waren Unterhosen bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein bloß ein Accessoire, mit dem sich höhere Stände belasteten. Aber trotzdem: Uff.

Okay, das klingt jetzt so als hätte ich die Unterhosen-Industrie extrem durchschaut und damit gebe ich mir selbst viel zu viel Credit. Denn tatsächlich ist der Abschied von Unterhosen bei mir - wie so vieles in meinem Leben - nur die logische Konsequenz extremer Prokrastination. Erwachsen-sein-und-regelmäßig-Wäsche-waschen-Prokrastination, um genau zu sein. Soll heißen: Bei mir war irgendwann der Punkt, an dem ich schlichtweg keine frischen Höschen mehr hatte und gezwungen war Kommando zu gehen - und Oh, boy, was habe ich mir bis dahin für ein Freiheitsgefühl entgehen lassen.

Gmiadlich und g’sund

Eigentlich kannte ich die Idee, unten ohne rumzulaufen nur aus Artikeln, die mir erklären wollen, wie man ~Männern den Verstand raubt, hihi, hoho~, aber hör zu: Es geht da - wie immer - um so viel mehr als um den male gaze. Unterhosenfrei durchs Leben zu gehen ist ein neues Level an Freiheit, Gmiadlichkeit und damit nur die logische Fortsetzung davon, BH's zu verbannen - vor allem im Sommer mit Rock! Let it breathe.

Nie wieder verwurschtelte Unterhosen, nie wieder Camel Toes und nie wieder Unterhosen, die sich in den Hintern fressen und unbeabsichtigt zu Stringtangas werden. Apropos Stringtangas (Wer noch Tangas trägt, hat generell das Leben nicht verstanden, wenn ihr mich fragt, aber das ist ein anderes Thema): Nie wieder unauffällig den Tanga aus dem Po ziehen müssen!

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Und nein, man geht mit dem Weglassen der Unterhose kein gesundheitliches Risiko wegen Scheuern, Reiben, whatsoever ein. Ganz im Gegenteil: Eine Vagina ist von Natur aus feucht und haarig. Durch eine weitere Schicht Stoff wird die Feuchtigkeit quasi eingeschlossen, was eine ideale Umgebung für das Wachstum von Pilzen ergibt.

Wer Angst hat, dass sich die Naht von Jeanshosen (Again: Wer noch echte Hosen trägt, hat generell das Leben nicht verstanden, wenn ihr mich fragt, aber das ist ein anderes Thema) den ganzen Tag an der Vagina reibt und das scheuert oder unangenehm ist, der sei entwarnt: Es ist alles andere (!) als unangenehm, wenn ihr versteht …

Ihr seht schon: Es hat nur Gutes, wenn man sich erstmal drauf einlässt und das Hoserl weglässt. Nach der Burn your Bra-Bewegung, die spätestens durch den Lockdown breite Bekanntheit erlangt hat, arbeite ich deshalb intensiv an Prohibit Panties-Petitionen. Ich mein’s nur gut mit euch, versprochen.

 

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