#MakeMySize - Frauen wollen von der Modeindustrie gesehen werden

Mode wird für Frauen gemacht, die den gesellschaftlich geprägten Schönheitsidealen entsprechen. Und die anderen? Die kämpfen jetzt darum, dass Designermarken sie wahrnehmen und Mode in ihren Größen entwerfen.

Am Laufsteg tut sich ja was. Ashley Graham ist gefragt wie nie, Sport's Illustrated überrascht inzwischen jährlich mit Diversität am Catwalk und Brands wie ASOS oder Lilly & Lime holen eine breitere Realität auf die Fashionbühne. In den Regalen der Geschäfte schaut es allerdings noch anders aus: Jenseits der Größe 42 sucht man oft vergeblich nach stylischen Teilen. Aber warum muss das eigentlich so sein?

Katie Sturino, Fashionbloggerin aus der Modemetropole New York, hat jedenfalls genug davon. Mit ihrem Blog "The 12ish Style" beweist sie ihren mehr als 200.000 Followern schon lange, dass Stil nicht unbedingt was mit Kleidergröße zu tun hat. Nicht umsonst steht der auch unter dem Motto "Für Frauen zwischen Größe 44 und 50, die in einer Welt der Größe 34 leben". Aber selbst für stilsichere Frauen wie Sturino ist der Modealltag oft frustrierend - besonders, wenn die Jeans einfach nicht über die Oberschenkel rutschen will. (Man kennt das ja.)Mitte August reicht es Sturino, als sie mal wieder eine Hose anziehen will, die passen sollte, aber nicht passen will.

"Leute, es reicht! Ich habe genug von Designern, die meinen Körpertyp nicht berücksichtigen," schreibt sie unter das Foto. "Bitte postet eure frustrierenden Selfies aus Umkleidekabinen und die Styles, von denen ihr euch wünschen würdet, das sie auch für euch möglich sind. Benutzt den Hashtag #MakeMySize... Sie hören uns zu.... Gebt ihnen Bescheid."

Sturino hofft, dass sich DesignerInnen und Brands so verantwortlich fühlen und schlussendlich auch eine breitere Größenpalette anbieten. Auf ihrem Account postet sie weitere Selfies aus Umkleidekabinen und zeigt, dass selbst "große Größen" oft nicht passen - wie etwa bei Zara oder dem New Yorker Unternehmen Alice + Olivia, dessen Kleid im Leoparden-Print Sturinos Brüste gar nicht bedeckt. "Ich würde das Kleid gern in meiner Größe tragen", schreibt Sturino in die Bildunterschrift.

Und Alice & Olivia reagiert - aber nicht so, wie man sich das als Kundin wünschen würde. "Deine Brüste sind episch! Deine Taille ist schmal! Warum versuchst du nicht die Rock+Bluse-Variante im selben Muster? Es wird dir passen und der Look ist der gleiche", schlägt die Marke vor. Mehrere UserInnen empfanden das als unhöflich und merkten an, das Unternehmen solle eher seine Größen erweitern. Diese Kritiken will Alice & Olivia so nicht hinnehmen. "Wir sind stolz darauf, Kleider für verschiedene Figurtypen zu designen und produzieren - aber nicht jedes Kleid kann jedem Körper passen", erklären sie. "Deswegen bieten wir beliebte Muster, wie diesen Leoparden-Print, in verschiedenen Styles an. Die Bluse und der Rock passen besser für Frauen mit einer ausladenden Oberweite."

Nach einer Masse an negativen Antworten ihrer Follower auf den Vorschlag des Unternehmens, mischt sich Sturino nochmal in die Konversation ein. "Anstatt offen gegenüber meiner Vorschläge bezüglich inklusiveren Größen zu sein, schlägt ihr mir vor, meinen Körper in eine Größe zu quetschen, die ihm nicht passt und nie gepasst hat. Viele Marken versuchen, ihre Bandbreite irgendwie zu erweitern. Ich möchte von euch nur, dass ihr das gleiche tut."

 

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