Make-up-Technik "Baking" im Test

"Baking" ist der neueste Liebling der Beauty-Gurus des WWW ist eine Schminktechnik zum Highlighten des Gesichts mit hellem Puder. Was das mit backen zu tun hat? Die WIENERIN hat's getestet.


Was ist eigentlich „baking“?

Haben Sie schon mal Make-up gebacken? Oder etwa gekocht? Im Netz fliegen Beautynistas Begriffe wie „baking“ und „cooking“ aktuell von allen Seiten um die Ohren. Googelt man, tauchen Fotos und Videos von – Überraschung – Backwaren auf. Aber im Beauty-Bereich stehen die Küchen-Begriffe dafür, eine dicke Schicht Make-up (meistens Puder) ein paar Minuten auf der Haut ruhen zu lassen, bevor man sie verblendet - und zwar dort wo man beim Contouring aufhellen würde: unter den Augen, am Nasensteg sowie auf Stirn- und Kinnmitte.

Woher kommt’s?

Aus allen Bereichen, in denen dick geschminkt wird: dem Theater, den Schminkstuben von Drag-Queens und den Badezimmern der Kardashians. Das Prinzip: durch Fett, Puder und Hautwärme eine haltbare Make-up-Schicht zu produzieren.

Was bringt’s?

Die "gebakten" oder "gecookten" Partien treten durch die hellere Farbe optisch hervor. Aus der Ferne und fotografiert kann das ganz hübsch aussehen – ideal also für Instagram, wo der Trend auch herkommt.

Der Test - Beauty-Redakteurin Lucie Knapp hat's probiert:

Ich trage ganz normal Concealer und Grundierung auf und drücke eine ordentliche Schicht hellen Transparentpuder auf die Hautpartien, die ich aufgehellt haben möchte, vor allem also unter den Augen. Warte ein paar Minuten, fege dann den Puderüberschuss mit einem Pinsel weg und verblende die Kanten mit einem Schwämmchen.

"Baking" im Test
Das Ergebniss: Hell ja, aber irgendwie sehe ich auch seltsam und etwa sieben Jahre älter aus, weil die Make-up-Schicht schwer auf der Haut liegt und jedes noch so kleine Fältchen betont – vor allem beim Lächeln. Auf Nase, Stirn und Kinn sammelt sich das Puder in den Poren. All das sieht man ab einem Abstand von einem Meter (oder durch die Linse einer Handykamera) nicht mehr, aber aus der Nähe betrachtet stelle ich fest – hübsch ist es nicht, eher grauslich. Was mich noch stört: Durch die helle Farbe bis an den unteren Wimpernkranz, wirken meine Augen viel kleiner.

Fazit: Flop im Alltag. Top bei großen Auftritten sei es die Bühne, Party oder das Internet in Form eines ultimativen #makeup-Selfies. Wenn Sie die Instagram-Make-up Ästhetik mögen, werden Sie "baking" lieben. Wenn Sie zu trockener Haut, erweiterten Poren und Fältchen neigen, raten wir: Finger weg.

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Titelbild: "Baking"-Tutorial von youtube.com/Heidi Hamoud

 

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