Machen Ihre Zähne Sie krank?

Zerknirscht?
Bei der umfassenden CMD-Diagnostik wird die gesamte Statik des Körpers miteinbezogen. Denn Störungen im Bereich des Bisses dehnen sich wie Vibrationen aus. Diese „Bad Vibrations“ prallen auf unsere Wirbelsäule und können die gesamte Körperhaltung beeinträchtigen. Wenn ausgerechnet Ihr Zahnarzt Ihnen dazu rät, sich mehr zu bewegen – wischen Sie seine Empfehlung nicht vom Tisch, sondern bewegen Sie tatsächlich Ihren Hintern. Bei Claudias Zahnarztbesuch stellte sich übrigens heraus, dass auch sie seit Jahren nachts mit den Zähnen knirscht. Ein Problem, das sie mit rund 30 Prozent der Menschen in Deutschland und Österreich gemeinsam
hat. Ein derartiger Kraftaufwand bleibt nicht ohne Folgen. „Bei langfristigem Knirschen werden die Zähne so abgerieben, dass Ober- und Unterkiefer beim Kauen nicht mehr richtig aufeinandertreffen“, beschreibt Dr. Theobald Saxer das Phänomen. Diese Fehlstellung gleicht der Körper reflexartig durch weiteres Knirschen aus. Ein Teufelskreis, der wie bei Claudia Spannungsschmerzen auslöst. Und im schlimmsten Fall zu einem Tinnitus oder einer schiefen Wirbelsäule führen kann.

Locker machen.
Was hilft? Bei einer Fehlstellung wird meist eine Aufbissschiene verschrieben. Diese ist aus Kunststoff und schützt die Zähne vor der Belastung, die jeden Tag aufs Neue durch das Zähneknirschen und die Fehlstellung entsteht. Kurz: sie entlastet das Kiefergelenk. „Bis die Schmerzen endgültig verschwinden, muss man aber Geduld haben“, sagt Theo Saxer. „In der Regel sind sie nach etwa zehn Prozent der Zeit, die die Beschwerden andauerten, weg.“ Nicht selten müssen hervorstehende Zähne oder Kronen den übrigen Zähnen angeglichen werden. Liegen Ihre Beschwerden mehr im neuromuskulären Bereich, gilt: Machen Sie sich locker. Genauer: Entspannen Sie verspannte Muskeln. Erreicht wird es durch osteopathische und physiotherapeutische Maßnahmen, die Fehlhaltungen ausgleichen und die Muskulatur kräftigen. Haben die Beschwerden auch eine psychische Ursache, ist eine Verhaltensänderung unumgänglich. Entspannungsübungen wie Yoga oder autogenes Training sind ideale Begleiter auf diesem Weg zu mehr Ausgeglichenheit.

Alles auf Schiene.
Und Claudia? Die trägt jetzt eine Schiene. Den Durchbruch aber brachte bei ihr die Kombination aus Schiene und Osteopathie. „Zurzeit spüre ich keine Schmerzen“, sagt die 37-Jährige. „ Ich fühle mich endlich wieder wohl in meiner Haut.“

 

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