Machen Ihre Zähne Sie krank?

Verschaukelt?
Kein Einzelfall, viele Patienten machen eine ähnliche Ärzte-Odyssee durch. Denn: Kaum jemand wird bei Kopfschmerzen, pfeifenden Ohrgeräuschen oder Schmerzen im Gesicht gleich an eine Cranio-mandibuläre Dysfunktion (CMD) denken. Dr. Theobald Saxer, Zahnarzt und CMD-Spezialist in Innsbruck sagt: „Craniomandibuläre Dys-funktionen nennt man Fehlfunktionen im Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer und der Kiefermuskulatur.“ Was genau dahintersteckt? „Unser Unterkiefer hängt wie eine Schaukel vergleichsweise lose am Schädel. Gehalten wird es nur von einem Scharniergelenk und filigraner Muskulatur.“ Der obere Kiefer ist dagegen fest mit dem Schädel verbunden. Im Idealzustand ist diese „Schaukel“ völlig entspannt, dann spricht man von einer Ruheschwebe. Beißt der Patient auf etwas, so nennt man das den Schlussbiss. Bei gesunder Funktion geschieht das alles völlig „unverbissen“. Doch fehlende Zähne können dieses Gleichgewicht stören, der Biss ist verändert, Verspannungen der Muskulatur sind die Folge. Es entsteht jene Fehlstellung, deren Name wie ein Zungenbrecher klingt.


Schwierige Diagnose.
Die Cranio- mandibuläre Dysfunktion zeigt oft völlig irreführende Symptome: „ Häufig kommen Patienten, die nicht wissen, wo der Schmerz und die Symptome her-kommen“, bestätigt Dr. Theobald Saxer. Einige leiden, wie Claudia, unter Schmerzen im Kiefer- und Gesichtsbereich. Manchmal strahlen sie bis zu den Ohren oder in den Nacken hinunter aus. Prof. Dr. Manfred Hülse von der Uniklinik Mannheim erklärt: „Ein Drittel aller vermeintlichen HNO-Symptome gehen eigentlich von der Halswirbel-säule aus. Und die Hälfte dieser Patienten leidet auch an einer CMD.“ Auch starke Rückenschmerzen können durch Störungen zwischen den Zähnen, Gelenken oder durch Muskelverspannungen hervorgerufen werden. Das Gleiche gilt für Schwindelgefühle und depressive Verstimmungen.

 

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