Lust auf Gemüse?

Gesunde Ernährung wäre viel leichter, wenn uns nicht ständig die Lust auf Schokolade, sondern die Lust auf Gemüse überkommen würde. Eine jüngst veröffentlichte Studie aus den USA gibt Naschkatzen Hoffnung: Können wir unser Gehirn auf gesundes Essen umprogrammieren?

„Fünf Mal Obst und Gemüse am Tag“ – diesen Leitsatz der gesunden Ernährung hat jedermann im Hinterkopf, aber umsetzen können ihn die wenigsten. Zu oft überkommt uns die Lust auf Schokolade, Kuchen und andere süße Laster. Was wäre, wenn wir unser Gehirn dazu bringen könnten, nach Gesundem wie Brokkoli, Spinat oder Sprossen zu lechzen?


Eine neurologische Studie der US-Universität Tufts, die kürzlich im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht wurde, hält eine solche Umprogrammierung für möglich. Untersucht wurde das Essverhalten von übergewichtigen Erwachsenen: Ein Teil der Probanden stellte seinen Ernährung auf ballaststoffreiche Mahlzeiten mit niedrigem glykämischen Index (zeigt die Wirkung eines kohlehydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzucker an) um, die Kontrollgruppe veränderte nichts am bestehenden Essverhalten. Nach sechs Monaten und Magnetresonanz-Aufnahmen von beiden Gruppen zeigte sich bei den Teilnehmern der Diät-Gruppe eine Veränderung in den für Suchtverhalten und Lernen zuständigen Gehirnbereichen. Nach einem halben Jahr hatten sich diese Bereiche auf gesünderes Essen verlagert und reagierten stärker, wenn den Teilnehmern Bildern mit Brokkoli und Co. gezeigt bekamen als jene von Burgern oder Schokolade. Die Befriedigung beim Verzehr von Gemüse und Obst nahm merklich zu, gleichzeitig wurde eine Abnahme der Lust auf Fast Food verzeichnet.

Die mit 13 Teilnehmern kleine Studie lässt noch keine Langzeitprognosen zu, zeigt aber in jedem Fall, dass mit ausreichend Zeit und Disziplin dem Heißhunger ein Schnippchen zu schlagen ist.

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