Lukas Plöchl im Talk

Arschwackeln war gestern, sagt Lukas Plöchl. Allen Kritikern und Zweiflern zum Trotz will er mit seinem neuen Album zeigen, dass sein Partymusik-Image längst abgelaufen ist.

Kannst du das chinesische Schriftzeichen von miss zeichnen?

(lacht) Ich schaffe vielleicht das Zeichen für Frau, aber selbst da bin ich nicht sicher. Ich habe mal begonnen, die Schriftzeichen zu lernen und konnte um die 100, aber eigentlich kann ich nicht wirklich was. Ich weiß grad mal, wie ich die Herren­toilette finde (lacht).
Und wie gut sprichst du Chinesisch? Ich kann mich ganz gut verständigen, aber in China ist es so arg mit den vielen Dialekten. Die Freundin von meinem Papa verstehe ich manchmal gar nicht. Aber prinzipiell habe ich einen großen Wortschatz. 
Du bist bekannt für deinen Dialekt. Kannst du überhaupt Hochdeutsch? Ich hab das drei Tage probiert, als ich studiert habe, aber dann gedacht: „Oida, wenn ihr mi ned versteht's ..." (lacht) Nein, mit meinem Papa rede ich Hochdeutsch. Als ich klein war und angefangen habe, mit ihm zu reden, hat jeder mit ihm Hochdeutsch geredet, weil er keinen Dialekt verstanden hat, das bleibt in einem picken.

Momentan liest man überall „Arschwackeln war gestern". Warum?

Weil alles seine Zeit hat und ich eine Entwicklung durchgemacht habe. Das Ding, das ich drei Jahre lang gemacht habe, hat nicht nur außen etwas bewegt, das hat auch in mir etwas bewegt. Das ist ein Entwicklungsprozess. Außerdem möchte ich nicht für alle Zeit auf mein Gesäßteil reduziert werden (grinst). Ich habe gemerkt, dass manche Seiten in mir immer größer geworden sind, weil sie keine Beachtung bekommen haben. Ich bin der Meinung, dass Leute, die in der Öffentlichkeit stehen und bei denen sich innerlich etwas verändert, das auch nach außen tragen müssen. Sonst ist es nicht mehr authentisch und nur mehr eine Rolle. Ich glaube, dass niemand getäuscht werden will - und ich will mich selbst nicht mehr täuschen.

Gibt es einen Punkt, an dem sich diese Veränderung abgezeichnet hat?

Es gab so viel, was ich machen und geben musste, aber ich hatte keine Zeit mehr zum Nachdenken. Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein überlegter und bedachter Mensch bin, der gern Sachen vorausplant und abschätzen können will aufgrund von Informationen. Diese Zeit habe ich nicht gehabt. Beim Song Contest und danach, nach dem Zerreißen und Runtergedrückt werden von den Medien, gab's eine Pause, wo der Hype abgeflaut ist und ich fragen konnte: Wo bin ich, wer bin ich und ist es das, was ich will? Das war ein Verarbeitungsprozess, der sich über Monate gezogen hat - und das neue Album ist das Resultat davon (lacht).

Lukas Plöchl und Jasmin Kreulitsch, stellv. Chefredakteurin bei miss


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Lukas Plöchl und Jasmin Kreulitsch, stellv. Chefredakteurin bei miss
Lukas Plöchl
Kritiker sagten oft über dich: Partymusik, Proletenimage. Wie würdest du dein neues Album beschreiben?

Ich beschreibe meine Musik nicht. Das überlasse ich denen, die es sich anhören. Wenn ich was dazu sage, ist es subjektiv. Aber wenn du mich so fragst, würde ich sagen: Ehrlichkeit, verbunden mit saugeilen Beats.

Hast du Angst, zerrissen zu werden?

Man muss sich bewusst sein: Wenn man etwas macht und zur Schau stellt, werden die Leute es mögen - und sie werden es hassen. Am fadesten bist du, wenn alle sagen: eh nett. Kritiker sollen schreiben, das ist ihre Arbeit. Ich bitte sie nur, ehrlich und nicht voreingenommen zu sein und zu schreiben: Scheiße, scheiße, pfui Teufel! Sie sollen sich das Album anhören - und wenn es ihnen nicht gefällt, dann dürfen sie es auch zerreißen.

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Glaubst du, dass Menschen dir gegenüber voreingenommen sind?

Ich glaube, dass es Menschen schwer fällt, einen Punkt zu setzen und zu sagen: Jetzt bewerte ich den von null auf. Das merke ich bei mir selber. Wenn ich mit einer Person ein schlechtes Erlebnis hatte, erfordert es Überwindung, dem wieder von null an zu begegnen. Aber andererseits liegt genau darin die Challenge und was Schönes. Wenn sich Menschen aufgrund eines einzigen Erlebnisses immer Antipathien zuschießen würden, hätten wir nur noch Krieg auf der Welt.

Du hast dich gerade getrennt, hattest ein Gspusi mit Tara: Dein Privatleben steht momentan stark in den Medien ....

Ich gebe dazu keinen Kommentar ab. Aber ich vergleiche mich gerne mit einem Bären: Der muss im Wald stark sein und jeder redet über ihn, weil er ein Tier ist, das auffällt, aber wenn er am Abend in seine Höhle geht, dann bleiben alle draußen - und was drinnen passiert, das geht nur ihn was an.


InlineBild (6fe054c9)Das neue Album "Lukas Plöchl" ist ab sofort erhältlich.

 

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