Londoner Aktivisten protestieren gegen Burkini-Verbot vor franz. Botschaft

Die Demonstranten haben eine spontane Strandparty vor der französischen Botschaft in London geworfen.

Gestern haben sich Demonstraten vor der französischen Botschaft in London getroffen und eine Strandparty organisiert. Die Aktivistinnen waren unterschiedlich bedeckt, manche trugen Burkinis, andere Schleier, andere schlichte Strandklamotten. Für den Protest wurde extra Strand vor der Botschaft aufgeschüttet, und die Aktivistinnen machten es sich auf Campingstühlen und Strandliegen und vor einem Haufen neugieriger Journalisten gemütlich. Nach Ende der Demo musste allerdings der gesamte Sand wieder abtransportiert werden, da die Botschaft mit Anzeige gedroht hat.

Esmat Jeraj, eine der Organisatorinnen hat dem Guardian erzählt: "Der Gedanke, dass ein Burkini ein Zeichen von Unterdrückung ist, muss wieder aufgehoben werden. Viele Frauen entscheiden sich selbstständig dazu, einen zu tragen. Wenn er Frauen die Möglichkeit gibt, an den Strand zu gehen, und die Sonne zu genießen, dann ist das unterstützenswert. Es hilft, bestimmte Frauen vom Rand der Gesellschaft wegzuholen." "Das Burkini-Verbot ist eine misogyne und islamfeidliche Reaktion auf die jüngsten terroristischen Attacken in Frankreich", fügte sie noch hinzu.

Der Protest fand als Reaktion auf den Vorfall in Nizza vor ein paar Tagen statt, als eine Frau mit Leggings und Kopftuch am Strand gezwungen wurde, sich zu entkleiden. Die Aktivistinnen wollten eine Botschaft der Solidarität aussenden. "Es ist wichtig, weil es wieder eine Möglichkeit für Männer ist, Frauen vorzuschreiben, wie sie sich zu kleiden haben und es ist ein speziell islamophobischer Vorfall, was eine immer stärkere Bewegung in unserer Gesellschaft ist. "Es war auch wichtig, dass auch islamische Frauen sichtbar dem Protest beiwohnten, denn sie werden oft als schwach dargestellt, und als hätten sie keine eigene Stimme", sagte Fariah Syed, die selber Muslimin ist. "Wir wollten zeigen, dass wir eine Stimme haben und sie auch erheben."

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, der selbst Muslim ist, hat sich ausdrücklich gegen das Verbot ausgesprochen: "Ich bin da sehr strikt. Ich denke niemand sollte Frauen vorschreiben, was sie tragen dürfen, und was nicht. So einfach ist das."

 

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