Live und in Farbe: Naturgeburten im Reality-TV

Was wäre bloß, wenn dieses Video, eines dieser viralen Hits mit mittlerweile fast 51 Millionen Klicks nicht gewesen wäre? Dann wäre der US-amerikanische Privatsender Lifetime womöglich gar nicht erst auf die Idee gekommen, die dort gezeigte "Naturgeburt" in einem Flußlauf für ein Konzept eines Reality-Formates für ein Millionen-Publikum zu adaptieren.

Mit Live-Geburten Quote machen?

Mit dabei bei "Born in the Wild": Ein Kamera-Team und ausgebildete Sanitäter. Ärzte oder gar Hebammen hingegen wird man vergebens suchen. Der Sender will mittels eines marktschreierischen Konzepts vor allem eines: Quoten einfahren.

Kritischen Nachfragen, ob die Sicherheit der Beteiligten vor der Kamera gewährleistet sei, wurde bislang mit Beschwichtigungen begegenet: Eli Lehrer, Vizepräsidentin von Lifetime, betonte gegenüber dem amerikanischen MagazinEntertainment Weekly, keine unerfahrenen Erst-Gebärenden vor die Kamera zu lassen. Stattdessen würden nur solche, die mit konventionellen Krankenhäusern schlechte Erfahrungen gemacht hätten, involviert.

Das TV-Konzept, eine Grenzüberschreitung

Das Abwiegeln des Senders wirkt allerdings wenig überzeugend: Geburten ohne ärztliche Betreuung bergen viele Risiken. Käme es vor der Kamera zu Komplikationen, kann eine medizinische Notfallversorgung nicht unmittelbar geleistet werden - auch wenn ein Krankenhaus in einem gewissen Radius erreichbar sein soll.

Unkommentiert bleibt auch, dass mit der Live-Übertragung einer Geburt im Reality-Format Grenzen überschritten werden - insbesondere gegenüber dem Neugeborenen. Denn das hat nun wirklich keine Ahnung, unter welchen Umständen es da in unsere ziemlich durchgeknallte Welt purzelt.

 

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