Life Ball-Gast

Mit Blümchen im Haar und in bauchfreien Outfits kennt man Natasha Bedingfield aus dem Video des Sommerhits „These Words“. Lange ist’s her! Aus dem Girly-Girl wurde eine echte Lady - äußerlich und musikalisch. Am Life Ball wird sie einige ihrer Songs zum Besten geben. miss hat die süße Britin zum Interview getroffen.

Du wirst momentan von einem Termin zum nächsten gejagt. Wie fühlst du dich heute?
Es geht mir gut, denn es macht mir sehr viel Spaß und ich freue mich sehr, zurück in Europa zu sein, nachdem ich für so lange Zeit in Amerika war. Ich freue mich immer wenn ich meine Musik vorstellen darf und darüber erzählen kann.


Hattest du bereits etwas Zeit, dich in Wien umzusehen und die historischen Gebäude zu besichtigen?
Ich hab heute etwas sehr Witziges gesehen. Wir sind bei einer Kirche vorbei gefahren und außerhalb der Kirche hing ein Plakat von einer Frau im Bikini. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ein richtiger Kontrast!


Findest du es eine gute Idee dass der Life Ball als Wohltätigkeitsveranstaltung mit einer so großen Party gefeiert wird?
Ja, ich finde es toll! Ich freue mich schon sehr auf meinen Auftritt und ich wollte schon immer beim Life Ball dabei sein. Ich wurde sogar schon einige Male eingeladen, doch das Timing war immer sehr schlecht. Es ist ein sehr glamouröses und stylishes Event und der Gedanke dahinter ist wundervoll.

Natasha Bedingfield mit Patricia Alge


Weißt du schon was du anziehen wirst?

Nein, ich lasse mich überraschen. Ich habe meine Stylisten vom Modelabel „DSquared" dabei. Ich liebe ihre Kleider und vertraue ihnen vollkommen. Ich bin davon überzeugt dass sie etwas Hübsches für mich raussuchen.


Dein neues Album „Strip me away" wurde gerade in Österreich veröffentlicht. Was gefällt dir am besten, wenn du auf Promo-Tour bist?
Musik zu kreieren gefällt mir besonders gut, denn, wenn ich Musik schreibe oder spiele, mache ich die tollsten Erfahrungen. Musik fühlt sich für mich wie Magie an. Es ist immer wieder erstaunlich für mich, wie aus dem Nichts plötzlich ein Lied entsteht. Ich liebe es außerdem live zu singen und vor Menschen zu performen. Ich würde sehr gerne gegen Ende des Sommers noch mal nach Österreich kommen um weitere Live Konzerte zu geben, damit die Menschen diesen besonderen Moment auch spüren. Aber ich freue mich schon sehr darauf beim Life Ball ein paar Lieder akustisch spielen zu dürfen.


Der Song „All I need" ist ein Remix von „Let it Rock" der wiederum von dem Sänger Kevin Rudolph ist. Wie bist du auf die Idee gekommen, die Melodie eines bereits vorhandenen Liedes zu verwenden und neu zu interpretieren?
Ich habe zuerst den Songtext und die Melodie geschrieben und habe dabei sofort an „Let it Rock" gedacht, weil die beiden Lieder sehr ähnliche Akkorde haben. Ich habe Kevin dann gleich angerufen und gesagt „Hör zu, ich würde diesen Song sehr gerne mit dir singen, hast du Lust?" und wir haben dann quasi einen Mix aus beiden Songs gemacht. Ich liebe das Endprodukt und wenn ich es live singe, übernehme ich sogar Kevin's Teil, das macht sehr viel Spaß.

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Natasha Bedingfield über England und LA:

"England ist meine Heimat, dort komme ich richtig gut zur Ruhe. LA Ist eine tolle Stadt, die viel zu bieten hat. Ich habe dort immer sehr viel Spaß mit meinen Freunden. Außerdem haben wir einen richtig tollen Pool und die Sonne scheint immer. Also eine perfekte Abwechslung."


Du hast gesagt, das neue Album soll den Zuhörern das Gefühl eines Live-Auftrittes vermitteln. War das von Anfang an so geplant?
Ich habe so viel gelernt auf meinen Tourneen und ich möchte, dass meine Shows einfach einmalig werden. Also hab ich mir überlegt, welche Songs brauche ich, um dieses Gefühl zu vermitteln. Auf diesem Album sind viel mehr Lieder zu denen man auch tanzen kann und sie zeigen viele verschiedene Facetten von mir. Dennoch sind sie sehr simpel.

Das Album heißt deshalb „Strip me away", weil ich das Gefühl habe, dass vor allem Pop Musik sehr stark von unnötigem „Firlefanz" beeinflusst wird und es nicht mehr unbedingt auf die Musik ankommt. Musik ist für mich etwas sehr menschliches und damit können wir ausdrücken, wer wir wirklich sind. Ich möchte damit sagen, wir sollten uns von unnötigen „Lasten" in unserem Leben lösen und einfach nur wir selbst sein.

Wenn du deine Musik schreibst, denkst du dann bewusst an fröhliche, aufmunternde Melodien?
Nicht wirklich. Die Melodien sollten sehr einfach mitzusingen sein, fast wie Gute-Nacht-Lieder. Ich glaube meine Musik macht Menschen deshalb glücklich, weil es um Erfahrungen geht, die jeder schon einmal gemacht hat und man eine gewisse Verbindung zu den Emotionen aufbauen kann. Wenn ich traurig bin, dann höre ich mir auch traurige Musik an, aber ich fühle mich dann trotzdem besser.


Im Video zu deiner Single „Strip me" sieht man dich inmitten von Stylisten, die dich schminken und an- und ausziehen. Es wirkt sehr chaotisch, doch am Ende siehst du perfekt gestylt aus. Fühlst du dich auch im echten Leben manchmal unter Druck gesetzt, immer tip-top aussehen zu müssen, weil hinter jeder Hecke ein Paparazzi heraus springen könnte?
Ja, auch ich fühle mich manchmal unsicher und laufe nicht immer erhobenen Hauptes durch die Gegend. Man wird ständig kritisiert, manchmal passt das Outfit nicht, manchmal die Haare oder mein Auftreten, es gibt immer etwas auszusetzen. Aber ich glaube, so geht es sehr vielen Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt, nicht nur mir. Wir werden immer auf unser Äußeres reduziert und niemanden interessiert, was wirklich in uns steckt.
Wie man in dem Video sieht, kann es manchmal sehr anstrengend werden, wenn die ganze Zeit an einem herumgezogen wird und man fühlt sich irgendwie nur herumgestoßen. Es beinhaltet also auch eine gewisse Symbolik. Manchmal zerrt einfach alles an uns und man muss dann zu dem Entschluss kommen, alles abzuschütteln und einfach mal tief durchzuatmen. Aber meistens sind wir selbst unser größter Kritiker ...


Besonders in den letzten Jahren musstest du einiges an medialer Kritik bezüglich deines ausgebliebenen Erfolges auf dich nehmen. Wie hast du dich nach so einem Tiefschlag wieder erholt und die Kraft gefunden, trotzdem weiterhin das zu tun, was dir Spaß macht?
Ich denke, jede einzelne Person ist ein VIP und außerdem sehr machtvoll.

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Jeder hat etwas zu sagen, wenn er oder sie es will. Manche Menschen sehen, dass jemand glücklich ist, fühlen sich dadurch sofort bedroht und haben das Gefühl, deren Glück oder Erfolg zerstören zu müssen. Das passiert dann ganz unbewusst und es fällt einem einfach schwer, selbstbewusst zu sein und an sich zu glauben. Wichtig ist, dass jeder etwas zu sagen hat. Du darfst dir von niemandem dein Glück und deinen Lebenswillen zerstören lassen.


Wie hast du es geschafft mit der Kritik umzugehen und weiter deine Ziele zu verfolgen?

Irgendwann musst du einfach realisieren, dass du nicht jeden glücklich machen kannst. Diese Erkenntnis kann sehr befreiend sein, denn im Endeffekt ist es nicht dein Problem und ich werde meine Zeit nicht dafür verschwenden Menschen glücklich zu machen und von mir zu überzeugen, wenn sie kein Interesse daran haben.


Dein Ehemann ist Amerikaner. Du hast darüber gesprochen, dass er dich mit seiner Einstellung und Mentalität immer wieder ermutigt, deinen Traum zu verfolgen. Inwiefern war das für dich wichtig?
Ja, er hat mich immer sehr unterstützt! Als Britin bin ich immer etwas pessimistisch und mein Ehemann, als Amerikaner, ist ein sehr positiver Mensch. Bei Briten ist das Glas immer halb leer und wenn es heute sonnig ist, machen wir uns bereits darüber Sorgen ob es vielleicht morgen regnen könnte. Wir sind ein bisschen wie der Esel „I-Ah" in „Winnie the pooh". Wir wollen nicht enttäuscht werden und sind deshalb sehr vorsichtig. Amerikaner hingegen sind immer sehr positiv und optimistisch. Mein Mann hat mich immer angefeuert und fest an mich geglaubt. Er hat immer zu mir gesagt „DU bist ein Gewinner und du schaffst es!!". Auch meine Lieder sind eigentlich von sehr positiven Ansichten geprägt. Deshalb war mein Ehemann sehr überrascht, als er mich kennenlernte und den Negativ-Denker in mir entdeckte. Aber für mich ist diese Denkweise ganz natürlich und ich muss versuchen dagegen anzukämpfen (lacht).


Wie kann man sich den Alltag bei euch zu Hause vorstellen?
Manchmal begleitet mich mein Mann auf Tour, dann werden wir zu richtigen Forschern und Abenteurern. Wir schauen uns gerne Sehenswürdigkeiten an, gehen in coolen Clubs tanzen oder einfach nur shoppen. Er findet es sehr lustig, wie ich einkaufe, denn ich schaue mich einfach etwas um und dann heißt es nach kurzer Zeit „Das und das und das NEHME ich ..". Was soll ich sagen, ich weiß einfach, was mir gefällt (lacht).

Wie ist das, wenn man plötzlich so berühmt ist, mit berühmten Persönlichkeiten befreundet ist und die ganze Welt bereist?
Im Showbusiness kann man sich wirklich entscheiden ob man möchte, dass die Öffentlichkeit gewisse Dinge über einen erfährt oder nicht. Wenn ich also dringend Privatsphäre brauche, dann bekomme ich die auch! Es ist nicht so schlimm, wie viele Promis vorgeben. Wenn jemand im Minirock aus dem Auto steigt, ohne Unterwäsche zu tragen, dann ist das meistens geplant. Es ist kein Zufall! Du kannst also definitiv bestimmen, wie viel Aufmerksamkeit du möchtest und brauchst (lacht).

 

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