Lieber Sigmund Freud, Frauen brauchen keinen Penis für guten Sex

Eine neue Studie beweist, dass Sigmund Freud mit seinen sexistischen Theorien Unrecht hatte.

Klitoral, vaginal und G-Punkt – um den Orgasmus – insbesondere jenen der Frau – ranken sich viele Mythen. Zu Zeiten Sigmund Freuds wurden sexuell aktive Frauen, die leicht zum Orgasmus kamen, sogar als „hysterisch“ betitelt.

Damit - und natürlich mit dem viel zitierten "Penisneid" - begründete Freud wohl einige der sexistischsten Theorien, die sich um die weibliche Lust und Psyche drehen.

Frauen brauchen keinen Mann, um sexuell befriedigt zu sein


Sigmund Freud war es auch, der den Mythos von klitoralem und vaginalem Orgasmus in die Welt setzte: er sprach davon, dass Frauen zuerst – als junge Mädchen – „unreife“, also klitorale Orgasmen hätten. Erst wenn sie dann Sex mit einem Mann hätten, würden sie sich zu „reifen“ Frauen mit „reifen“, also vaginalen Orgasmen entwickeln. Die Botschaft dahinter: Frauen brauchen erst einen Mann, um sexuell so richtig befriedigt zu werden.

Zum Glück wissen wir heute, dass das purer Blödsinn ist. Und die Psychologin Nicole Prause klärt uns endlich auf: klitorale Orgasmen sind ein Segen für unsere Gesundheit. Die Studie, die im Journal of Sexual Medicine erschien, kam sogar zu dem Schluss, dass Frauen, die regelmäßig durch klitorale Stimulation zum Orgasmus kommen, teilweise sogar ein größeres sexuelles Verlangen haben.

Frauen, feiert die klitorale Stimulation


"Die meisten Frauen berichten davon, dass klitorale Stimulation ein integraler Bestandteil ihres orgasmischen Erlebnisses ist", so die Studie einleitend. "Trotz allem wird behauptet, dass der klitorale Orgasmus Frauen psychisch krank macht. Das spiegelt in keinster Weise die Komplexität des sexuellen Erlebnisses von Frauen wider."

Untersucht wurden 88 Frauen im Alter von 18 bis 53 Jahren. Zuerst wurden sie mit einem Fragebogen und Interview zu ihrer psychischen und sexuellen Gesundheit befragt. Danach sahen sich die Frauen eine Reihe von Filmen an, die mit dem Adult Video Network Award ausgezeichnet wurden. Einige Filme hatten neutralen Inhalt, andere waren erotischer Natur. Die Frauen sollten ihre Erregung während der Filme dokumentieren. Anschließend machten sie Angaben dazu, welche Art der Stimulation sie zum Orgasmus führt. Die meisten (64 Prozent) gaben an, dass sie den sexuellen Höhepunkt durch eine Kombination aus vaginaler und klitoraler Stimulation erreichten.

Mehr sexuelle Lust und Erregung


Frauen, die angaben primär durch klitorale Stimulation zum Orgasmus zu kommen, gaben an mehr sexuelle Lust zu haben und waren leichter durch visuelle Reize zu erregen.

Die Studie bemängelt, dass viele Frauen nicht darüber reden, dass sie nur durch klitorale Stimulation zum Höhepunkt kommen können. Folglich haben sie das Gefühl, dass sie keinen guten Sex haben. Das seine falsche Annahme, so die Forscherinnen, denn das sexuelle Erlebnis von Frauen sei wesentlich komplexer als es im Mainstream angenommen wird.

Die Schlussfolgerung: "Frauen, die beim Masturbieren regelmäßig durch klitorale Stimulation zum Höhepunkt kommen und ihre Klitoris sehr gut kennen, können oft nicht mit dem Partner zum Höhepunkt kommen. Das verschlimmert sich dadurch, dass die Gesellschaft den klitoralen Orgasmus pathologisiert. Erkenntnisse über den weiblichen Orgasmus werden weiterhin in Kinderschuhen stecken bleiben, solange ForscherInnen diese Vorstellungen nicht ändern."

Lesen Sie hier: Was ist der Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Orgasmus?

 

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