Lerne zu leben! Wie wir unsere Zeitprobleme endlich in den Griff kriegen

Lassen Sie sich von der Zeit kontrollieren oder kontrollieren Sie Ihre eigene Zeit?

"Eines Tages, als ich gerade die Küche ausgiebig putzte, musste ich einen Lappen aus der Waschküche holen. Als ich dort ankam, sah ich, dass Wäsche in der Waschmaschine lag, die aufgehängt werden musste, aber dafür musste ich zuerst die bereits hängende Wäsche abnehmen und in die Schränke einräumen. Im Schlafzimmer fiel mir dann auf, dass die Blumen dringend gegossen werden mussten. Ich ging ins Badezimmer, um Wasser zu holen, vergaß aber, warum ich dort hingegangen war. Ich ging zurück in die Küche, und da erinnerte ich mich, dass ich eigentlich einen Lappen aus der Waschküche holen wollte. Ich dachte oft, ich schaffte so viel, aber tatsächlich dauerte es recht lange, manche Dinge zu erledigen, und ich war nie bewusst bei der Sache. Ich erledigte viele kleine Dinge, aber nur wenige große und hatte nie das Gefühl, fertig zu sein. Ich finde, dass der Ausdruck »viele Bälle gleichzeitig in der Luft halten« unglaublich unmodern ist. Es fühlt sich an, als hätte das ein unvernünftiger Arbeitgeber in den Achtzigerjahren erfunden. Viele Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten ist sehr selten effektiv. Jetzt heißt es, wir sollen eins nach dem anderen machen. Für mich fühlt sich das sowohl menschlicher als auch effektiver an, wenn wir uns auf eine Sache auf einmal ganz und gar konzentrieren. Wenn wir sie beenden und dann im Geiste ad acta legen können. Ich glaube, das spart viel Zeit!"

Wir erschaffen ständig neue technische Hilfsmittel, um "Zeit zu sparen". Das Tragikomische daran ist, je mehr zeitsparende, technische Hilfsmittel wir benutzen, umso weniger Zeit scheinen wir zu haben und umso gestresster scheinen wir uns zu fühlen. Natürlich können Handy und Computer in gewissen Bereichen Zeit sparen, aber es stresst uns auch, die ganze Zeit online oder erreichbar zu sein.

Wenn Sie nicht planen, werden Sie immer das gerade Dringendste vorziehen, und eine solche Situation ist sehr stressig. Pläne sind dazu da, dass wir sicher wissen, wir haben Zeit für das, was wir tun müssen. Wir müssen uns also nicht schon vorher wegen allem, was noch zu erledigen ist, verrückt machen.

»Ich habe keine Zeit für Entspannung«

Mehr Zeit erhalten Sie, wenn Sie Ihren Fernsehkonsum sowie Ihre Handy- und Computernutzung einschränken. Überlegen Sie einmal, wie viele Stunden Sie in der Woche vor dem Fernseher oder dem Computer verbringen. Wie viele dieser Stunden könnten Sie anders verbringen? Laut Spiegel verbrachte der durchschnittliche Deutsche 2012 jeden Tag circa zehn Stunden mit Medienkonsum, also Fernsehen, Radio, Internet, Zeitungen. Diese Zahl ist sicher nicht gesunken.

All die Informationen, die wir an einem Tag aufnehmen,
müssen irgendwann auch verarbeitet werden. Wir müssen Zeit zur Reflexion, Ruhe und Erholung einplanen. Wir können unsere Gehirne nicht einfach mit noch mehr
Fakten, Informationen und Stellungnahmen anfüllen, ohne sie auch »zu reinigen«. Daher müssen wir regelmäßig etwas loswerden. Der Schlaf genügt nicht zur Reinigung, denn dabei haben wir keine Kontrolle über unsere Gedanken. Deswegen ist es so wichtig, auch wenn wir wach sind, zu meditieren und bewusst zu entspannen! Es ist unerlässlich, dass wir darüber nachdenken, wie wir das am besten tun, und es sogar in unseren Terminkalender eintragen. Denn es ist mindestens genauso wichtig, Entspannung und Meditation einzuplanen wie Sport.

Tipps für eine bessere Zeitplanung und Organisation

  • Schreiben Sie eine Erledigungsliste.
  • Machen Sie einen umfassenderen, längerfristigen Plan über einen Monat, ein halbes Jahr oder bis zu einem Jahr. Wer soll was übernehmen?
  • Stellen Sie eine detaillierte To-do-Liste über eine kürzere Zeit auf, zum Beispiel über eine Woche. Wer soll welche Aufgaben übernehmen?
  • »Überfrachten« Sie Ihre Tage nicht, lassen Sie Freiraum für Spontaneität und unvorhergesehene Dinge.
  • Lernen Sie, nein zu sagen zum Anspruch an derer Menschen auf Ihre Zeit.
  • Delegieren Sie mehr Arbeit und Aufgaben – wenn möglich.
  • Planen Sie Zeit zusammen mit der Familie ein.
  • Reservieren Sie jeden Abend mindestens zehn Minuten für sich selbst zum Abschalten. Und achten Sie darauf, zu welcher Tageszeit Sie die meiste Energie haben.
  • Erledigen Sie die vordringlichsten und kraftraubendsten Aufgaben immer in dieser Zeitspanne.

Selbst wenn Sie nur ein oder zwei dieser Tipps befolgen,
werden Sie überrascht sein, wie viel besser Sie sich bald fühlen. Sie brauchen vielleicht einige Übung, weil Sie Ihre Sichtweise darauf, WAS Sie tun, WANN Sie es tun und WIE Sie es tun, verändern müssen. Zu Anfang bekommen Sie vielleicht ein schlechtes Gewissen deswegen, aber ignorieren Sie das ruhig. Sie verdienen es, dass es Ihnen gut geht!

Diese Leseprobe stammt aus dem Buch "Lerne zu leben!" von Susan & Mats Billmark.LINK zum Buch!

 

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