Lena Dunham bereut, einen mutmaßlichen Vergewaltiger verteidigt zu haben

Die Schauspielerin und Autorin sorgt erneut für entrüstete Reaktionen im Netz.

Die Liste der Entschuldigungen vonLena Dunham ist lang. Nicht umsonst gibt es einen eigenen Twitter-Account namens Lena Dunham Apologizes. Die Schauspielerin und Autorin war schon öfter in den Schlagzeilen wegen ihrer verbalen "Ausrutscher" - etwa zum Thema Abtreibung (sie wünschte sich damals, sie hätte eine gehabt), oder als sie Bill Cosby mit dem Holocaust verglich. Doch die jüngste verbale Entgleisung ist viel mehr als das - sie hat mutwillig das Leben einer Frau in Verruf gebracht.

Die Schauspielerin Aurora Perrineau ist vor einem Jahr an die Öffentlichkeit gegangen und hat den Produzenten von "Girls", der Serie von und mit Dunham, der Vergewaltigung beschuldigt und angezeigt. Dunhams Reaktion damals war: sie hat sich hinter ihren Kollegen Murray Miller gestellt. Und die Aussagen von Perrineau öffentlich angezweifelt. "Obwohl unser erster Instinkt immer sein sollte, jeder Frau zuzuhören, sagt uns unser Insiderwissen über Murray, dass es sich hier um diese 3 Prozent der falschen Beschuldigungen handelt", ließen Dunham und Co-Autorin Jenni Konner damals ausrichten. "Wir stehen hinter Murray und das ist alles, was wir zu diesem Thema sagen werden."

Die Entschuldigung, die keine ist

Nun, ein Jahr später beschreibt Dunham diese Reaktion als "unentschuldbar" und einen "schrecklichen Fehler", und hat eine lange öffentliche Entschuldigung an Perrineau geschrieben. "Es gibt wenige Dinge, die ich mehr bereue, schreibt sie im Hollywood Reporter. "Ich hatte dieses ,Insiderwissen' gar nicht, von dem ich geredet habe." Und weiter: "Es ist schmerzhaft, das zu realisieren, obwohl ich dachte ich hätte bewusst gehandelt. Ich habe die männliche Agenda internalisiert, die uns sagt, sie zu verteidigen - egal was passiert. Etwas in mir will noch immer diesen Job machen: gefallen, putzen, einkaufen. Mein Job ist jetzt, diesen Teil von mir auszuhöhlen und eine Höhle in mir zu schaffen, in der eine Kerze scheint, und auf der Wand steht: Ich sehe dich, Aurora. Ich höre dich, Aurora. Ich glaube dir, Aurora."

Dunhams Entschuldigung sorgt für empörte Reaktionen im Netz. Für viele ist es keine Entschuldigung:

Aurora Perrineau selbst hat die Entschuldigung bereits öffentlich akzeptiert. Doch viele kritisieren, dass Dunham sie in eine sehr öffentliche Situation gebracht hat, in der sie kaum etwas Anderes hätte sagen können. Schließlich hätten sich die beiden schon lange vor der Veröffentlichung privat getroffen. Es war schließlich Dunhams Entscheidung, diesen Brief nach der Versöhnung zu veröffentlichen.

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