Leistenbruch: Schmerzen nach dem Sport in der Leiste und ein Knubbel nach außen. Was tun?

Das Wetter ist schön und das führt bei vielen Menschen dazu, dass sie aktiver sind, als sie es das restliche Jahr über sind. Plötzlich wird im Garten gearbeitet, Volleyball gespielt, geschwommen, geklettert und Rad gefahren. Sport und schweres Heben sind Risikofaktoren für Leisten- oder Nabelbrüche. Aber was ist das überhaupt?

Hernienbruch

Nabel- und Leistenbrüche gehören zur Gruppe der Hernien. Dabei treten meist Bauchfell oder Eingeweide durch eine Lücke in der Bauchwand hervor. Das Bauchfell ist die Haut, die den Bauchraum auskleidet und die meisten Organe ganz oder teilweise umschließt. Ein Loch dort klingt nicht gut. Ist es auch nicht. Facharzt für Allgemeinchirurgie und Leiter des MEDICUMDr. Behrooz Salehi klärt die wichtigsten Fragen:

Wie entsteht ein Hernienbruch?

Die häufigsten Ursachen für Leistenbrüche, Nabelbrüche oder andere Hernienbrüche ist Sport und schweres Heben. Aber auch durch Verstopfung und entsprechendes Pressen auf der Toilette, Prostatavergrößerung bei Männern oder das Husten bei Asthma kann es zu einem Bruch kommen.

Wie erkennt man einen Bruch?

Die häufigsten und bekanntesten Brüche sind Leisten- und Nabelbrüche. Diese treten in der Leiste oder in der Nähe des Nabels auf und äußern sich durch eine Vorwölbung der Bauchdecke die ertastbar und teils sogar sichtbar ist. Es entsteht ein Knubbel, den man fühlen und sehen kann. Außerdem kann ein Leisten- oder Nabelbruch Schmerzen, Brennen, ein Druckgefühl oder ein Ziehen verursachen. Wie stark dieses ist, ist unterschiedlich. Teilweise äußern sich auch nur Beschwerden, wenn man die Bauchmuskeln stark anspannt.

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An wen muss man sich wenden?

Wenn man einen Bruch erkennt, sollte man sich umgehend an Hausärzt*innen, Spezialist*innen, ein Hernienzentrum oder Allgemeinchirurg*innen wenden. Das große Risiko bei Hernien ist, dass Eingeweide wie der Darm im Bruch eingeklemmt werden. Chirurg*innen oder Ärzt*innen können durch wenige Handgriffe beim Abtasten des Bauchs erkennen, ob es sich bei dem Gewebe in der Wölbung um ungefährliches Fettgewebe oder Organe handelt. Bei stark übergewichtigen Menschen wird dies häufig mittels Ultraschalles ermittelt. Auch die Schmerzen zeigen, ob der Bruch operiert werden muss.

Wie wird ein Hernienbruch behandelt?

Nicht jeder Bruch muss operiert werden. Allerdings ist die Operation die einzige Behandlungsmöglichkeit. Wenn der Bruch aber keine Schmerzen bereitet und keine Gefahr besteht, dass etwas eingeklemmt wird, kann man damit auch leben.

Wenn der Bruch operiert wird, kann das bei einem kleinen Bruch mit einem minimalinvasiven Eingriff gemacht werden. Dabei wird nur ein halber Zentimeter großer Schnitt vorgenommen und der Leistenbruch mittels Laparoskopie geschlossen. Bei einer Laparoskopie werden nur kleine Schnitte gesetzt, um ein feines Rohr mit einer Kamera (Laparoskop) und die chirurgischen Instrumente in den Bauchraum oder in die Bauchdecke einzuführen. Die Kamera übermittelt die Bilder vom Bauchinneren auf einen Monitor. Der Bruch wird dann innen mit einem Kunststoffnetz verschlossen.

 

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