Lehrer bewerten Tests von Mädchen schlechter

Eine Studie hat herausgefunden, dass Lehrerinnen und Lehrer Mädchen bei Mathe-Tests schlechter bewerten, wenn sie ihr Geschlecht kennen.

Sie wissen es vielleicht gar nicht und machen es unbewusst - aber wenn es um Mathe-Tests geht, bewerten Lehrerinnen und Lehrer die Tests von Mädchen schlechter als jene von Jungs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität in Tel Aviv.

Die ForscherInnen, Edith Sand und Victor Lavy, haben die Testergebniss von 3000 Schülerinnen und Schülern der 6. Schulstufe auf zwei Arten untersucht: zuerst haben sie sich angesehen, wie die "echten" Lehrkräfte der Kinder sie benotet haben. Sie haben die Tests aber auch an externe Lehrende zur Benotung gegeben, ohne ihnen die Namen und somit das Geschlecht der Kinder zu nennen.

Die Ergebnisse: Die echten Lehrerinnen und Lehrer haben dazu tendiert, die Mädchen schlechter zu bewerten als die Jungs. Sie haben den Buben im Durchschnitt bessere Noten gegeben als die Externen. "Da die externen Lehrkräfte das Geschlecht der Kinder nicht kennen, heißt das, die echten Lehrerinnen und Lehrer sind voreingenommen", analysiert Wissenschaftskorrespondent Shankar Vedantam die Studie.

Es ist unwahrscheinlich, dass die Noten der Mädchen mit Absicht so vergeben wurden - schließlich waren die meisten Lehrkräfte selbst Frauen. Stattdessen sei es aber wahrscheinlicher, dass sie das unterbewusst machen, so der Experte. Die Studie solle aber nicht überbewertet werden - dennoch zeigt sie, welche Auswirkungen Geschlechterstereotype unbewusst auf unser Verhalten haben.

 

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