Lebenslust statt Essensfrust! Warum mich Clean Eating wahnsinnig macht

Martina Parker will sich von der #Clean Eating-Fraktion ganz sicher nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.

Deliciously Ella, Naturally Hannah, The Gracious Pantry … als ich diese Namen zum ersten Mal hörte, dachte ich echt, das wären Pornostars. Damit lag ich gar nicht so falsch. Denn die Damen betreiben in ihren digitalen Netzwerken so etwas wie Food Porn. Mit Fleischeslust hat das aber gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. Ihnen habe ich es zu verdanken, dass ich bei Presse­events statt Sprudel und Macarons plötzlich nur mehr Grünkernchips und natürlich gesüßten Cremespinat mit Strohhalm bekomme. Nicht falsch verstehen, ich ernähre mich auch gerne regional, gesund und biologisch, aber dass Brot und Butter plötzlich Teufelszeug sind, finde ich schon etwas übertrieben.

Trotzdem überrollt die #Clean Eating-Welle gerade ganz Europa


Und deswegen kaufen jetzt viele wie blöd Baobabpulver, Algenschleim und rohe Kakaobohnen und zeigen Pasta, Schokolade und Gin Tonic die lange Nase. Schließlich will jeder so toll aussehen wie die Instagram-gefilterten Ellas und Hannahs.

In England, wo der Hype begann, sieht man das inzwischen differenzierter. Ist genmanipulierte, künstlich aromatisierte Sojamilch tatsächlich gesünder als Bio-Kuhmilch? Wie nachhaltig ist es, rosa Salz aus dem Himalaya zu importieren? „All diese grünen Superfood-Powders schmecken widerlich, sind sauteuer und eigentlich weiß niemand genau, was sie überhaupt bringen“, wetterte das Sunday Times Magazine in einer seiner jüngsten Ausgaben.

Außerdem würde #Clean Eating vor allem Frauen anziehen, die immer schon mit einer Essstörung geflirtet haben und sich Nahrungsunverträglichkeiten schlichtweg einbilden. Was mich persönlich am meisten stört, ist die Selbst­verständlichkeit, mit der sich Hunderttausende Frauen komplett unkritisch dem Regime dieser Internet-Sirenen unterwerfen, in der Hoffnung, dann gesünder und glücklicher zu sein und mehr geliebt zu werden.

Werden wir in diesem Leben nicht schon genug kontrolliert, reglementiert und beschnitten?


Hofft ihr alle auf Unsterblichkeit? Spoiler­alarm: Die gibt es nicht! Deshalb rufe ich zu #Anti Action auf! Lasst uns um die Häuser ziehen und Champagnerfeste feiern, die Nacht zum Tag machen, flirten und tanzen, ganz stark an unseren Lachfalten arbeiten, irgendwann um 4 Uhr Früh mit verschmierter Wimperntusche beim Würstelstand eine Käsekrainer mit Brotscherzerl verputzen und dann mit einem glücklichen Lächeln ohne Abschminken ins Bett fallen. Ich garantiere euch, ihr werdet euch nach so einer Nacht jünger und lebendiger fühlen als nach jeder #CleanEating-Diät.

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