Lass endlich das Schwarz-Weiß-Denken sein!

Unser Kleiderkasten mag voller schwarzer Sachen sein, das Leben ist es bestimmt nicht - vor allem nicht, wenn es um eines dieser sechs Themen geht.

Das Leben ist eine einzige Grauschattierung. Das hält viele Menschen aber nicht davon ab, die Welt trotzdem in Schwarz und Weiß einzuteilen. Uns wird beigebracht, in Kategorien zu denken, Dinge in "gut" und "böse" einzuteilen, "richtig" oder "falsch". Das hilft aber nicht weiter, sondern führt stattdessen zu falschen Vorstellungen und enttäuschten Erwartungen. Bei weitem hilfreicher ist es, sich zuzutrauen, Dinge nach den eigenen subjektiven Wünschen und Vorstellungen einzuordnen, darauf zu hören, was man selbst braucht, meint, möchte und was sich für das eigene Leben am besten anfühlt.

In den folgenden sechs Lebensbereichen schleicht sich das alte Schwarz/Weiß-Denken nur allzu gerne ein - und schafft nicht selten Probleme, wo möglicherweise gar keine sind.

1. Beziehungen

Wer seine bisher schiefgelaufenen Beziehungen mit "Ich such mir halt immer die Falschen aus" erklärt, hindert sich selbst daran, Verantwortung zu übernehmen und aus der Vergangenheit zu lernen. Die Schwarz/Weiß-Erklärung steht tatsächlicher Selbsterkenntnis im Weg.

2. Körperbild

Es vergeht kein Tag, an dem uns nicht eine Werbung, ein Film oder eine andere Person glauben machen möchte, es gebe "gute" und "schlechte" Körper, ein "falsches" und ein "richtiges" Schön. Und dabei wird uns gleich beigebracht, wie wir uns selbst in diese Kategorien einzuteilen haben. All das führt zu krankhaften Essstörungen, Selbstzweifeln und Hass auf den eigenen Körper. Bewegungen wie Body Positivity kämpfen dagegen an, denn jeder Körper ist schön und verdient unsere Fürsorge, egal, wie er aussieht.

3. Ernährung

Und wieder geht es um die Einteilung in "gutes" und "schlechtes" Essen, die richtigen Zutaten/Mahlzeiten/Regelmäßigkeiten/Konsistenzen etc. Viel wichtiger: auf den eigenen Körper hören, ihn kennenlernen und herausfinden, was ihm gut tut. Was der einen ihr morgendlicher grüner Smoothie ist der anderen ihr Marmelade-Toast. Und das soll auch so sein.

4. Sex

Wie oft, mit wie vielen Menschen, in welchen Positionen, zu welchen Uhrzeiten, an welchen Orten: Das perfekte Sexleben wird oft gezeichnet, existieren tut das eine Sexleben freilich nicht. Deshalb weg mit den Tabuisierungen und falschen Schamgefühlen, die haben im Bett (oder wo auch immer) absolut nix verloren. So lange sich alle teilnehmenden Personen wohl fühlen, gibt's dafür keinen Grund.

5. Job

Was ist ein "guter" Job? Richtig, einer, der einem Spaß macht. Und das ist gottseidank für jeden Menschen ein anderer.

6. Moral

Viele Menschen haben Angst vor Kritik oder vor dem Scheitern, weil sie fürchten, dass es sie zu einem "schlechteren" Menschen macht, wenn sie etwas nicht schaffen. Also wird alles, was andere gegen einen aufbringen könnte, vermieden, Konflikte werden meisterhaft umschifft.
Dabei macht niemand alles "richtig"!

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