Lachend durchs Leben

Wir wollen Sie hier nicht zum Komiker ausbilden, sondern mehr Spaß in Ihren Alltag bringen. Denn Humor macht vieles leichter. Und die Lebens(wert)-Strategie ist einfach erlernbar.

So ein ordentlicher Lacher ist ziemlich gesund: Er vermehrt wichtige Abwehrstoffe im Blut, pumpt Sauerstoff ins Hirn, senkt Stresshormone und kann sogar von Schmerzen ablenken. Im Büro kann Humor die Moral heben und das Wir-Gefühl stärken.
Trotzdem motschkern Erwachsene lieber. Als hätten sie das Lachen verlernt (schließlich haben sie sich als Kinder bis zu 400-mal in 24 Stunden zerkugelt), bringen sie es gerade noch auf 15 Lacher pro Tag. „Wer jammert, lenkt vom eigenen Ich ab und tritt aus der Verantwortung für sein Leben heraus", meint der Wiener Kabarettist Jürgen Vogl. Gewonnen ist dadurch nichts, Probleme bleiben ungelöst. „Erst durch Humor wird der Alltag viel leichter."

Lernt Humor! Wissenschafter der Positiven Psychologie bestätigen Humor als Lebens(wert)-Strategie. Und: Sie ist lernbar! Heidi Stolz und Sandra Rusch von der Uni Zürich bieten seit drei Jahren Humortrainings an - mit wissenschaftlich nachweisbarem Erfolg. Wollen auch Sie mehr Spaß im und am Leben haben? Dann bitte weiterlesen.

Humorstimulator Nr. 1: Suchen Sie Spaß, dann findet Sie der Alltag nicht so schnell
Sie haben nichts zu lachen? Dann haben Sie vielleicht noch nicht richtig hingeschaut. Humor ist überall. Man muss ihn nur (für sich) entdecken, den ganz persönlichen Spaß-Sinn. Weil „Humor so unverwechselbar wie ein Daumenabdruck ist" (© Psychologin Stolz), braucht's vielleicht ein paar Anläufe - in verschiedene Humorrichtungen. Lesen Sie sich doch mal Witze durch oder in „Sternstunden des Humors. Worüber Österreicher lachen" (€ 19,95, Amalthea Verlag) hinein. Schauen Sie sich Satiresendungen im TV an. Oder gehen Sie ins Kabarett. So kommen Sie schon drauf, was Sie wirklich lustig finden.
Und damit Sie es im Alltag nicht wieder vergessen, benützen Sie einfach einen Reminder, z. B. lustige Aufkleber oder Karikaturen am Kühlschrank, die Sie täglich an Humor erinnern. Auch gut: ein Humortagebuch führen, in dem Sie witzige Sager, skurrile Szenen etc. notieren. Mit dem Humor ist es wie mit der Musik, meint Kabarettist Vogl: „Wer sich damit beschäftigt, entdeckt Neues und schult seine Sinne."

Humorstimulator Nr. 2: Schweigen ist Silber, Reden Humor
Um Ihr „Ich verstehe Spaß"-Gen und den Spaß im und am Leben wiederzufinden, lohnt es sich, mit Menschen, die Sie gut kennen, Rückschau zu halten: Fragen Sie Eltern, Geschwister, Freunde, worüber Sie sich als Kind amüsiert haben, wer Sie zum Lachen gebracht hat und wie Sie auf welche Komik reagiert haben. Erinnerungen sind oft die besten Witze und alte Fotoalben eine Lachnummer für sich.
Besonders befreiend ist übrigens das Über-sich-selbst-lachen-Können. Denn es erlöst vom Druck der Perfektion. Auch hierbei hilft Reden. Gestehen Sie Freunden Schwächen oder peinliche Erlebnisse ein. Sie werden merken: Anderen geht es ähnlich und niemand ist der unfehlbare Mittelpunkt des Universums ... Und wer sich selbst nicht mehr für unersetzlich hält, kann über eigene Pleiten, Pech und Pannen lachen, statt sich drüber zu grämen.

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Humorstimulator Nr. 3: Lustige Spielchen
In einer spielerischen Haltung zum Leben liegt der Schlüssel für (mehr) Humor. Kindern muss man nicht erklären, wie man spielt. Erwachsene aber glauben, sich keine Oberflächlichkeit erlauben zu dürfen, will man nicht unprofessionell wirken. Schluss damit: Entdecken Sie über kurze Spiele wieder das Kind in sich! Wer Lust am Spielen hat, hat auch Lust auf Humor.
Und noch etwas können wir uns von Kids abschauen: Mehr im Moment zu leben. Wer nicht ständig an To-do-Listen denkt und alles vorausplant, merkt: Um uns herum gibt es lauter komische Augenblicke. Gedanken abschalten, Augen einschalten!
Als Nächstes können Sie Ihren verbalen Humor trainieren, indem Sie mit Wörtern spielen: „Bilden Sie ‚Doofinitionen‘ wie Rolling Stones = Faltenrock oder Zahnarzt = Höhlenforscher", raten die Zürcher Humor-Forscherinnen.

Humorstimulator Nr. 4: Lacher einbauen
Weil wir im stressigen Alltag tatsächlich oft wenig Grund für einen Grinser haben, müssen wir uns halt aktiv Lächel-Auslöser suchen. Zum Beispiel so: Stöbern Sie im Web nach witzigen Filmchen. Stellen Sie mit Ihren Kollegen eine Witzwand mit Cartoons zusammen. Besuchen Sie Freunde, die Sie zum Lachen bringen.
Und: Wechseln Sie die Perspektive. Statt abends im Bett darüber zu grübeln, was schiefgelaufen ist, holen Sie sich die Szenen vors innere Auge. War es nicht eher urkomisch, wie der Chef puterrot angelaufen ist? Perspek­tivenwechsel klappt sogar in Stresszeiten. Psychologin Stolz gibt ein Beispiel: Wen etwa das ständige Klingeln des Telefons nervt, der klebt ein Smiley auf den Hörer. Nach jedem Telefonat kommt ein neuer Button drauf, und wenn Sie z. B. 15 Smileys gesammelt haben, gönnen Sie sich etwas Gutes, z. B. eine Massage.

 

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