Kuschelhormon: Oxytocin

Oxytocin gilt als jenes Hormon, das beim Entstehen enger Bindungen zwischen Menschen eine Schlüsselrolle spielt. Es wird beim Sex ebenso ausgeschüttet wie in Situationen, in denen auch ohne körperlichen Kontakt starke Emotionen eine Rolle spielen. Wir haben die wichtigsten Fakten dazu.

Oxytocin ist ein typisches Frauenhormon, das beim Orgasmus, bei der Geburt, beim Stillen, bei zärtlicher Berührung und sogar beim Singen ausgeschüttet werden kann.

Das Kuschelhormon Oxytocin erhöht unser Glücks- und Genusspotenzial. Es ist neurochemischer Balsam für unsere Seele. Es wirkt entspannend und gesundheitsfördernd. Es wird cerebral immer dann verstärkt hergestellt, wenn es zu einer Begegnung kommt, die feste Bindungen einleiten soll. Es macht Liebende unzertrennlich, bindet Eltern an ihre Kinder und schafft soziale Beziehungen.

Das Hormon wird in der Hirnanhangsdrüse gespeichert und hat im ganzen Körper Rezeptoren, an denen es "andocken" kann. Am dichtesten sind die Rezeptoren im Gehirn im Mandelkern, dem Schlüsselareal für die Verarbeitung von Emotionen.

Das Wunderhormon?

Oxytocin wird ebenfalls bei zärtlichen Berührungen und vermehrt beim Orgasmus ausgeschüttet. Das Kuschelhormon senkt Angst- und Stresssymptome und macht uns emotional kompetenter - das haben Wissenschaftler mit Hilfe eines mit Oxytocin angereicherten Nasensprays bei ihren Probanden - auch den Männern - herausgefunden. Aus diesen Gründen rückt das Hormon vermehrt in den Fokus der Medizin. Es könnte dazu dienen, soziale Phobien und Autismus zu mindern, legen neueste Studien nahe.

Oxytocin wird auch als "Treuehormon" bezeichnet. Es stärkt das Vertauen zu den Mitmenschen, macht bindungsfähiger und beruhigt. Es könnte sogar Oxytocin sein, dass uns Frauen manchmal Sex mit Liebe verwechseln lässt.

Doppelgesichtiges Liebeshormon

Eine Studie testete die Auswirkung von Oxytocin auf Erinnerungen, die Männer von ihrer kindlichen Beziehung zu ihren Müttern hatten.

24 Männer nahmen am Test teil. Ein Teil bekam mit einem Nasenspray Oxytocin verabreicht, der andere Teil ein Placebo. Die Erinnerungen an die kindliche Beziehung zur Mutter wurden sowohl vor als auch nach Verabreichung des Nasensprays aufgezeichnet.

Und es zeigte sich, dass das Hormon in positiver und negativer Hinsicht wirkt: Fühlte sich ein Mann von seiner Mutter in der Kindheit gut versorgt und geliebt, wurde dieser Eindruck durch Oxytocin noch lebhafter. Empfand er die Mutter hingegen als unzuverlässig und das zwischenmenschliche Verhältnis als wenig liebevoll, wurde das Bild unter Hormoneinfluss noch negativer.

 

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