KundInnen finden versteckte Botschaften in "Zara"-Kleidung

Weil sie angeblich seit Monaten keinen Lohn erhalten, nähen Arbeiterinnen aus der Türkei versteckte Botschaften in die Kleidung von "Zara".

KundInnen der Modekette "Zara" haben ungewöhnliche Notizen in ihrer Kleidung gefunden - von ArbeiterInnen, die von der Firma angeblich nicht bezahlt worden waren.

Der milliardenschwere Konzern mit über 2200 Stores weltweit findet sich damit erneut in einer Kontroverse rund um seine Produktionsbedingungen wieder. Wie die "Associated Press" berichtet, ist es ein Hilfeschrei von ArbeiterInnen aus der Türkei, die Notizen in die Kleidung genäht hatten und dazu aufrufen, ihre Kampagne für bessere Arbeitsbedingungen zu unterstützen. Angeblich schuldet ihnen der Konzern mehrere Monate an Lohn.

Monatelang kein Lohn


"Ich habe dieses Kleidungsstück gemacht, wurde dafür aber nicht bezahlt", soll auf den eingenähten Zetteln stehen. Die Menschen arbeiteten für die Textilfirma Bravo Tekstil, die unter anderem für "Zara" produzierte und über Nacht geschlossen wurde. Mit dem Resultat, dass ArbeiterInnen monatelanger Lohn vorenthalten wird. Die Firma produzierte auch für Mango und Next.

Es ist nicht das erste Mal, das "Zara" unter Kritik steht. Erst kürzlich wurde der spanische Konzern dafür kritisiert, junge DesignerInnen auszubeuten und schlechte Fabriksbedingungen zu ignorieren. Wie Forbesberichtete, sollen ArbeiterInnen in einer brasilianischen Fabrik unter "sklavenähnlichen Bedingungen" arbeiten.

Trotzdem hat die Mutterfirma, Inditex, vorigen Monat eine Presseerklärung veröffentlicht, in der sie bessere Arbeitsbedingungen versprachen. Gegenüber Refinery29 hat die Firma auf die jüngsten Anschuldigungen reagiert: "Inditex hat alle vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Bravo Textil (sic) erfüllt und arbeitet gerade daran, einen Fonds für die ArbeiterInnen zu etablieren, die von dem betrügerischen Verschwinden des Besitzers der Bravo-Fabrik betroffen sind."

Der Fonds soll die Löhne ausbezahlen, und sonstige nicht getätigte Leistungen an die ArbeiterInnen weitergeben, die durch die Schließung der Firma im Juli 2016 betroffen sind.

 

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