Kräuterwandern

Die wohltuende Ruhe, die reine Bergluft und das Gefühl, inmitten der unberührten Natur abschalten zu können, machen den besonderen Reiz von Almen aus. Zu einem einzigartigen Erlebnis aber wird der Almsommer beim Kräuterwandern im Salzburger Land.

Wer dem Trubel der Stadt den Rücken kehren möchte und dabei die Geheimnisse heimischer Pflanzen erkunden will, ist mit einem Ausflug oder Urlaub auf der Alm in der Region Hochkönig mit den Gemeinden Maria Alm, Dienten und Mühlbach bestens beraten. In der faszinierenden Bergwelt des SalzburgerLandes erwarten den Naturliebhaber 1.800 landwirtschaftlich genutzte und bewirtschaftete Almen, die Sennleute laden in 550 Hütten, die innerhalb von ein bis zwei Stunden über gute Wanderwege erreichbar sind, zur Einkehr ein.

Auf du und du mit den Menschen, die auf den Almen arbeiten, Auge in Auge mit weidenden Kühen und mit gar nicht scheuen Wildtieren, bieten acht Kräuteralmen in der Region rund um den 2.941 Meter hohen Hochkönig den ganzen Sommer lang die Möglichkeit, die Welt der Kräuter mit allen Sinnen zu erfassen.


Kraeuterwandern Hochkoenig


Erste Etappe: Pinzgauer Muas und Kräuterlikör

Bei der morgendlichen, geführten Sonnenaufgangswanderung zur Hinterjetzbach Alm in Maria Alm lernt man eine gleich am Anfang: Wenn frühmorgens der Tau auf dem saftigen Gras perlt ist die beste Zeit, die frischen Almkräuter einzusammeln. Denn noch vor Sonnenaufgang geerntet, enthalten Arnika, Baldrian, Beifuß, Schafgarbe & Co. den vollsten Geschmack und - dem alten Wissen nach - auch die größten Heilkräfte.

Während die Wanderführerin über die Heilkräfte der Pflanzen informiert, wird man ganz beiläufig Zeuge eines unvergesslichen Naturschauspiels: Die Sonne steigt feuerrot zwischen den Berggipfeln empor und verwandelt die ganze Umgebung in ein überirdisch schön anmutendes Bergpanorama.

Doch es gibt noch eine weitere Belohnung fürs frühe Aufstehen: Auf der urigen Alm angekommen verwöhnt Hüttenwirtin Walli Leitner ihre Gäste mit Kräutertee aus dem eigenen Garten sowie einer echten Pinzgauer Spezialität: einem süßen Frühstücksmuas (siehe Rezept links). Nach dem anschließenden Lehrgang durch den liebevoll angelegten Kräutergarten mit unzähligen Edelweiß-Pflanzen und einem kurzen Vortrag über die Herstellung von Kräutertees serviert Hüttenherr Jakob Leitner - ungeachtet der Uhrzeit - eine Auswahl seiner selbst hergestellten Kräuterliköre und verrät den wissbegierigen Zuhörern das Geheimnis des intensiv-fruchtigen Geschmacks.


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Zutaten
12 g Bienenwachs, 12 g Lanolin anhydrid (Wollwachs), 12 g Kakaobutter, 60 ml Oliven-Ringelblumenöl, 54 ml Jojoba-Ringelblumenöl, 6 ml Wildrosenöl, 30 ml Rosentinktur, 100 ml Rosenhydrolat, 14 ml belebtes Wasser, ca. 5 - 10 Tropfen ätherisches Rosenöl

Herstellung
Bienenwachs, Wollwachs und Kakaobutter im Wasserbad bei niedriger Temperatur schmelzen, dann die zusammen gewogenen Öle hinzufügen und bis zur klaren Schmelze weiter erwärmen. Das Gefäß aus dem Wasser nehmen und ev. in einen höheren Rührbehälter umfüllen.
Die wässrigen Bestandteile zusammen wiegen und dann unter ständigem Rühren (Mixstab) mit der Wachs-Ölschmelze fein vermischen. Essenzen, ätherische Öle oder andere Zusatz-Wirkstoffe erst nach dem völligen Erkalten zufügen. Nochmals durchrühren und in kleine Tiegel füllen.
Bürglalm Brennnesselsuppe
Obersteg
Zutaten
400 g Mehl, 1 Prise Salz, ½ Liter kochend heiße Milch, 120 g Butter

Zubereitung
Das gesalzene Mehl mit der kochenden Milch übergießen und leicht vermengen. Der Teig darf nicht zu fest sein, das Mehl darf zum Teil noch trocken sein. In einer Pfanne reichlich Butter erhitzen, den Teig hineingeben und auf kleiner Flamme durchdünsten lasen. Dabei ständig mit einer Schmarrnschaufel (= „Muasa“) das „Muas“ auflockern, es muss ganz bröselig werden. Mit Kristallzucker bestreuen und servieren.

Zweite Etappe: Selbstgemachte Brennnesselsuppe auf der Bürglalm

Wussten Sie, dass die Brennnessel eines der gesündesten Wildkräuter ist, Blasenprobleme lindern kann, ähnlich schmeckt wie Spinat, sich wunderbar zu Sirup und Suppe verarbeiten lässt und beim Pflücken nicht brennt, wenn man die Hand ganz fest zudrückt, weil dadurch die Brennhaare abbrechen?

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Während der geführten Wildkräuterwanderung zur 100 Jahre alten Bürglalm in Dienten vermittelt Kräuterpädagogin Silvia Wieser nicht nur altes Heilwissen; man pflückt auch gleich die Kräuter, die am Wegesrand grünen und sprießen, und nimmt sie mit zur Bürglalm. Dort wird gemeinsam mit Hüttenwirtin Gabi Bürgler aus den gesammelten Brennnesseln eine köstliche Suppe zubereitet, die gleich darauf serviert und genüsslich gelöffelt wird. Dazu gibt es selbst gemachten Dientner Almsirup aus Brennnesseln.

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Tipp: Damit man sich beim Waschen der Brennnesselblätter nicht brennt, sollte man vorher ein paar Mal mit dem Nudelholz über die Blätter rollen. Dabei gehen die feinen Brennhaare kaputt und die Berührung der Blätter wird ungefährlich.


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Dritte Etappe: Kräutersalben-Workshop im Obersteghof

Frisch gestärkt geht's weiter in Rosi Rainers „Reich der Zauberkräuter". Die Kräuterpädagogin vom Obersteghof in Maria Alm ist eine Expertin im Herstellen von wohltuenden Salben und Naturkosmetik-Produkten.

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In ihrem Kräuterworkshop lernt man in Windeseile, wie man aus gängigen Gartenkräutern, feinen Duftkräutern und interessanten Wildkräutern gut riechenden Balsam für Gesicht und Körper herstellen kann.

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Selbstverständlich hat auch Rosi Rainer einen eigenen üppigen Kräutergarten, in dem von Brennnesseln bis Salbei alles wächst, was man zum Kochen bzw. für die Creme-Herstellung braucht.

Vierte Etappe: Entspannen im Wellnesshotel Übergossene Alm

Um den Urlaub perfekt abzurunden bzw. um einem sich anbahnenden Muskelkater zu lindern gehört natürlich auch Entspannung dazu! Das gelingt hervorragend im 1.700 Quadratmeter gorßen Spa- und Wellness-Bereich des Alpinresorts Übergossene Alm (siehe Foto ganz oben). Es liegt in herrlicher Alleinlage oberhalb von Dienten inmitten der alpinen Almlandschaft des Hochkönigs und bietet damit auch einen bestens gelegenen Ausgangspunkt für die Kräuteralm-Wanderungen, die man im Saunadörfl, im Relaxbereich oder im beheizten Naturpool genüsslich ausklingen lassen kann.

 

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