Krampfadern: Woher kommen sie und was kann ich tun? Tipps vom Gefäßexperten

Beinfrei im Sommer - und dann schlängeln sich Venen sichtbar und schmerzhaft die Schenkel entlang. Nicht cool! Wir nehmen Krampfadern unter die Lupe.

Krampfadern: Woher kommen sie und was kann ich tun? Tipps vom Gefäßexperten

So schautʼs aus

Von feinen Adernetzen zu zentimeterdicken hervorstehenden Venen: Krampfadern können einem den Spaß an Shorts und Röcken verderben - und sie können gesundheitliche Beschwerden verursachen.

Erich Minar, Gefäßspezialist und Facharzt für Innere Medizin (gefaesserkrankung.at), sagt: "Die häufigste und zugleich harmloseste Art von Krampfadern sind Besenreiser; netzartige, dünne Aderzeichnungen. Ebenfalls meist unbedenklich sind die retikulären Varizen, sich vorwölbende Venen mit nur wenigen Millimetern Durchmesser. Die medizinisch bedeutendste Form von Krampfadern ist die Stammvarikose, die beide Hauptvenen der Beine betreffen kann."

Daher kommtʼs

Die Hauptursache für Krampfadern ist genetische Veranlagung. Frauen sind öfter betroffen als Männer, Schwangerschaft, die Pille und andere hormonelle Einflüsse begünstigen die Entwicklung. Als Risikofaktoren gelten außerdem langes Stehen oder Sitzen und Übergewicht.

Zu Krampfadern, die während der Schwangerschaft entstehen, meint Erich Minar: "Keine Sorge, die bilden sich häufig von alleine wieder zurück." Zur Vorsicht rät er bei Beschwerden wie einem Schwere-und Spannungsgefühl sowie einer Schwellungsneigung in den Beinen: "In der Regel tritt das nur bei einer Stammvarikose auf. Dies sollte man auf jeden Fall beim Arzt abklären lassen."

Krampfadern: Das kannst du tun

Eine Ultraschalluntersuchung zeigt, ob mit Problemen zu rechnen ist. Erich Minar: "Falls ja, werden Stammvarikosen operativ entfernt, indem die Vene über kleine Schnitte in der Leiste und beim Knöchel herausgezogen wird. Weniger invasiv sind Laser-und Radiofrequenzbehandlungen, bei denen die Vene endoskopisch über Hitze verödet wird, oder die Schaumsklerosierung, bei der ein Verödungsmittel injiziert wird."

Die meisten Krampfadern und Besenreiser müssen aber nicht behandelt werden. Wer trotzdem will, kann sie von Arzt oder Ärztin via Spritze veröden lassen. Minar: "Retikuläre Varizen können auch mittels Miniphlebektomie über kleine Schnitte durch die Haut entfernt werden." Unter den konservativen Behandlungsmethoden schätzt der Gefäßspezialist Kälteanwendungen: "Die Beininnenseiten von unten nach oben kalt abzuduschen verengt die Venen über Stunden. Das hilft auch abends, wenn man schwere Beine hat."

Wenig beliebt, aber lindernd sind Stützstrümpfe. Bewegung wirkt positiv, Kraftsport aber negativ, genauso wie Verstopfung: Regelmäßiges festes Pressen drückt Blut in die Beinvenen und kann das Problem verschlechtern. Wirkstoffe wie Weinblätter-oder Rosskastanienextrakt lindern Schwellungen, können Krampfadern aber leider nicht heilen.

 

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